Smarte Forstwirtschaft initiiert Branchenwachstum

Foto: ThüringenForst

ThüringenForst will die Wertschöpfungskette im Wald weiter digitalisieren. Auch die heimische Holzindustrie soll verstärkt integriert werden. Forst & Holz-Branche steht vor Wandel

Die Thüringer Landesforstanstalt will die Digitalisierung der Wertschöpfungskette im Wald weiter vorantreiben. Zum Einsatz sollen dabei Drohnen, Apps oder Scanner, auch Satellitendaten eine immer größere Rolle spielen. In hochkomplexen IT-Programmen werden die Daten vernetzt. Ziel ist es, den Lebenszyklus des Produktes Holz wertschöpfend als digitalen Zwilling abzubilden und die forstliche Produktion wie auch die technische Weiterverarbeitung als smarte Forstwirtschaft hocheffizient und noch ressourcensparender zu organisieren.

Digitale Wertschöpfungskette vom Wald zum Brett

„Bei der Digitalisierung der Holzernte, des Holzverkaufs und des Holztransports haben wir Fortschritte gemacht. Künftig steht die Vernetzung aller Daten zu einer digitalen Wertschöpfungskette im Sinne der Industrie 4.0 an“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Satelliten-, Flugzeug- oder Drohnengestützte Waldinformationssysteme können Geo-, Logistik- und Ressourcendaten nahezu tagesaktuell liefern. Sensoren an modernen Forstmaschinen ermitteln in Echtzeit Holzerntemengen und formen mögliche Holzverkaufssortimente mit größter Holzausbeute aus.

Die fotooptische Rundholzvermessung, bei ThüringenForst bereits umgesetzt, zeigt tatsächliche Verkaufsmengen am Waldweg an. Jetzt ist angedacht, mit spezieller Logistiksoftware ausgestattete Holztransporter auf kürzester Route bei geringster CO2-Umweltbelastung den Weg ins Sägewerk navigieren zu lassen, wo in Zukunft Holzladungen mittels RFID-Chip, gleichsam wie an der Supermarktkasse, ausgelesen werden. Selbst Holzdiebstahl wird in der Landesforstanstalt seit wenigen Jahren mittels im Holzstamm versteckter Transponder, einem höchst zuverlässigen Funk-Ortungsgerät, am Bildschirm aufgedeckt.

Forst und Holz wachsen in digitalen Riesenschritten zusammen

Die Verfügbarkeit einer großen Zahl relevanter Informationen in Echtzeit ermöglicht in naher Zukunft die Vernetzung aller an der Produktion und Weiterverarbeitung von Holz beteiligter Partner. So sollen die forstbasierten Datenströme Eingang in die Sägewerke und weiteren Betriebe der holzbe- und verarbeitenden Industrie im Freistaat finden. Damit wird das Thüringer Cluster Forst & Holz in großen Schritten seine gemeinsamen Wertschöpfungsketten stärken und die nationale wie internationale Konkurenzfähigkeit verbessern.

Zusätzliche Flächenstilllegungen schwächen die Position von Forst & Holz

Immer neue, zusätzliche Forderungen nach Flächenstilllegungen oder Wildnisgebieten schwächen hingegen die Position der Forst- und Holzindustrie im Freistaat, die über 40.000 Arbeitsplätze sichert und ein Branchenumsatz von 2 Mrd. Euro generiert. „Nicht ein Nutzungsverzicht, sondern optimierte Forstwirtschaft und verstärkte Holznutzung tragen maßgeblich zur Reduzierung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre bei“, so Gebhardt abschließend. Und die Weichen, den Alleskönner Holz in Thüringen nachhaltig, schonend und nach modernsten Produktionsmethoden zu ernten, sind gestellt.

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Kontakt

ThüringenForst Zentrale

Dr. Horst Sproßmann