Schwedische Auerhühner in Thüringens Wäldern

Foto: Sebastian Hey

Staatssekretär Dr. Sühl (TMIL) lässt heute Wildfänge bei Gehren frei. Heimische Population scheint sich zu erholen

Die Thüringer Landesforstanstalt engagiert sich seit Jahren für den Erhalt des Auerhuhns - mit Maßnahmen zur Lebensraumgestaltung, durch eine lokale Bekämpfung der Fressfeinde und durch eine Stützung des freilebenden Bestandes. Jetzt werden erstmals Wildfänge aus der mittelschwedischen Provinz Härjedalen ausgewildert. Sie sollen das kleine Thüringer Vorkommen zusätzlich stärken und der genetischen Auffrischung dienen. Die Maßnahmen scheinen sich zu bewähren: Jüngste Monitoringergebnisse stützen die Annahme, dass die Population von ehemals fünf auf aktuell bis zu 35 Tiere angewachsen ist.

Schwedische Wildfänge an Thüringens Mittelgebirgslagen angepasst

„Artenvielfalt ist ein hohes Gut, für das wir uns einsetzen. Daher begrüße ich den Versuch, mit der Auswilderung von Auerhühnern eine heimische Art in Thüringens Wäldern zu sichern“, so Dr. Klaus Sühl, Staatssekretär im Thüringer Landwirtschaftsministeriums (TMIL). Schweden beherbergt mit ca. 300.000 Brutpaaren die größte Auerhuhnpopulation Europas.

In Zusammenarbeit mit den Schwedischen Staatsforsten, mit der Schwedischen Landwirtschaftsuniversität, mit Genehmigung der schwedischen Naturschutzbehörden und mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union (ELER Programm) ist dieses Pilotprojekt entstanden. Es wird im September ergänzt durch die Auswilderung des eigenen Auerhuhn-Nachwuchses aus Deutschlands einziger staatlicher Aufzuchtsstation in Langenschade (Saalfeld-Rudolstadt), die durch die Landesforstanstalt betrieben wird.

Rückgang des Auerwildes durch dramatischen Lebensraumverlust

Während 1950 noch über 300 Auerhühner in Thüringen lebten, sank der Bestand in den 1970er Jahren dramatisch. Ursächlich war der durch Schadstoffeinträge verursachte Verlust geeigneter Lebensräume und eine bis in die 1990er Jahre kahlschlagsorientierte Forstwirtschaft. Im Fokus des forstlichen Rettungsprogramms steht deshalb auch die Verbesserung der Lebensraumqualität, ergänzt um die Bestandesstützung sowie um die lokale Bekämpfung der Fressfeinde des äußerst scheuen Waldhuhns.

Thüringer Auerwildpopulation scheint wieder angestiegen zu sein

Jüngste wissenschaftliche Untersuchungen zur Überlebensdauer gezüchteter Auerhühner belegen, dass diese Jungvögel gegenüber den letzten Untersuchungen erheblich konkurrenz- und überlebensfähiger geworden sind. Gleichzeitig sind im Rahmen des Monitorings seit mehr als zwei Jahren deutlich gestiegene Nachweisdichten feststellbar.

Experten schätzen die derzeitige Population auf 25 bis 35 Exemplare und damit mehrfach so hoch wie zu Beginn des ambitionierten Rettungsprogramms Auerhuhn im Jahr 2014. Die schwedischen Wildfänge werden diese positive Entwicklung unterstützen, davon ist Staatssekretär Dr. Sühl nach der Freilassung der Tiere überzeugt.

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