Schnelle Hilfe vor Ort

Schnelles Genehmigungsverfahren für das -bis heute- landesweit größte Sturmholzlager 2007: Der damalige Landrat Konrad Gießmann zeigte, dass seine Behörde im Katastrophenfall besonders zügig und effizient arbeitet (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Während die Schadholzaufarbeitung in Thüringens Wäldern auf Hochtouren läuft, sollen die neu gebildeten Koordinierungsstellen zukünftig das forstliche Krisenmanagement vereinfachen und beschleunigen

Thüringen verfügt aktuell in allen Schwerpunktgebieten mit witterungsbedingten Waldschäden über regionale Koordinierungsstellen. Die auf Landkreisebene von den Forstämtern einberufenen Stellen bündeln die Kompetenzen diverser Behörden, Kommunen sowie weiterer Interessensgruppen im Bereich des Forstschutzes, der Schadholzaufarbeitung sowie Logistik. Ziel ist es, die zügige, vertrauensvolle und zielgerichtete Zusammenarbeit und Unterstützung durch verstärkte und unmittelbare Kommunikation zu vereinfachen. Schon Mitte Juli hatte Forstministerin Birgit Keller die Bildung der regionalen Koordinierungsstellen angeregt, deren Bildung sodann auch im „Aktionsplan Wald 2030 ff.“ Mitte August durch das Kabinett beschlossen wurde. Forstministerin Keller dazu: „Die enormen Schäden in unseren Wäldern erfordern eine enge Abstimmung und Kooperation aller forstpolitischen und forstwirtschaftlichen Akteure. Das betrifft im ersten Schritt vor allem die regionalen Ebenen. Deshalb habe ich die Landesforstanstalt beauftragt, gemeinsam mit den zuständigen Stellen in den Landkreisen regionale Koordinierungsstellen einzurichten. Damit können wir genau da helfen, wo Unterstützung gebraucht wird. So gelingt es uns, noch schneller und effektiver auf Waldschäden zu reagieren und Gegenmaßnahmen zu ergreifen.“

Fokus auf besondere Gefahrenpotenziale im öffentlichen Raum
„Arbeitsthemen der neu gebildeten regionalen Koordinierungsstellen, die in enger Zusammenarbeit mit Landräten und Oberbürgermeister arbeiten, sind, neben einer steten Information zu Ausmaß und Schwerpunkt der Waldschäden, dass Aufzeigen besonderer Gefahrenpotenziale im öffentlichen Raum“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Abgestorbene Bäume, wie sie derzeit zu Tausenden in und an den Wäldern zu finden sind, können nicht nur unvermittelt in sich zusammenstürzen, auch Baumteile oder einzelne Äste können aus der Krone herausbrechen und Personen, Bebauungen und Verkehr gefährden. Um in akuten Gefahrensituationen zügig reagieren zu können, sind schnelle Entscheidungswege vonnöten. Auch die temporäre Genehmigung von Straßen- und Waldsperrungen, Holzlagerplätzen, idealerweise mit Wasserversorgung, sowie der Tourismus stehen im Fokus der Experten. Engeren Kontakt sollen in den regionalen Koordinierungsstellen, neben den Forstämtern und Forstinspektionen, die jeweils zuständigen Landwirtschafts- und Straßenbauämter, die Polizeiinspektion sowie die Fachbehörden der Landkreise herstellen.

Vorzeigeprojekt aus 2007: „Holzlager Ohrdruf“ im Landkreis Gotha
Wie erfolgreich eine derartige Zusammenarbeit von Sonder- und Fachbehörden sein kann, zeigt das Beispiel Forstamt Finsterbergen, Bundesforstverwaltung und Landratsamt Gotha: 2007 wurde in Rekordzeit das Genehmigungsverfahren für das Beregnungslager „Ohrdruf“ abgestimmt. Mit einem Gesamtlagervolumen von 120.000 Festmeter Rundholz bis heute das Größte beregnete Holzlager seit der Wiedervereinigung. „Zusätzlicher Abstimmungsbedarf erwächst für die regionalen Koordinierungsstellen im nächsten Frühjahr: Dann beginnt die Waldbrandsaison 2020“, so Gebhardt abschließend. Mit dem fortschreitenden Klimawandel gehen die Experten von einer Zunahme der Waldbrandgefahren wie auch –ereignissen aus. Gemeinsame Waldbrandübungen müssen künftig verstärkt durchgeführt werden, um auch hier gemeinsam, schnell und effizient handeln zu können.

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Dr. Horst Sproßmann