Schäl- und Verbissgutachten im Forstamtsbereich Erfurt-Willrode

Ein Baumstamm, dessen Rinde von Wildtieren abgeschält wurde.
Schälschaden (Foto: Andreas Knoll)

Wildverbiss und Schälschäden im Wald werden begutachtet. Forstamt ermöglicht Waldbesitzern und Jägern Teilnahme

Im Forstamt Erfurt-Willrode sind die Vorarbeiten für das neue Verbissgutachten angelaufen. Ab März starten die Inventurtrupps mit den Au-ßenaufnahmen. Waldbesitzer und Jäger können bei Interesse an den Außenaufnahmen teilnehmen, informiert das Forstamt.

Das forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung und zum Umfang der Schälschäden werde forstamtsweise über den gesamten Freistaat Thüringen erstellt. „Die Ergebnisse fließen dann in die nächsten 3 Jahresabschusspläne für die Pflanzenfressenden Schalenwildarten ein. Das seien Reh-, Dam-, Muffel- und Rotwild.

Die Dichte dieser Wildarten soll mit den Abschussplänen so reguliert werden, dass sich in den jeweiligen Waldgesellschaften die Hauptbaumarten natürlich verjüngen können. Das bedeutet, dass besonders dort intensiver gejagt werden soll, wo bestimmte Schwellen von Verbiss- und Schälschäden merklich überschritten werden. Ziel sei es dabei, wirtschaftliche Schäden von Waldbesit-zern abzuwenden und die Biodiversität der Waldgesellschaften zu erhalten und möglichst zu steigern.“
Schalenwildeinfluss könne zum Ausfall einzelner Arten in der Waldverjüngung führen, die von Rehen oder Hirschen schlichtweg aufgefressen würden.

Durch das so genannte Schälen der Rinde von Nadelbäumen werde deren Holz entwer-tet, erklären die Förster. Beides könne für Waldbesitzer zu erheblichen finanziel-len Einbußen führen und die Biodiversität der Waldgesellschaften negativ beeinflussen. „Gerade in Zeiten des Klimawandels und angesichts der aktuellen Tro-ckenschäden ist eine breite Baumartenpalette wichtig für die Stabilität der Waldökosysteme“, erläutert Forstamtsleiter Dr. Chris Freise.

Im Forstamt Erfurt-Willrode erfolgen die Außenaufnahmen in den nächsten Wochen mit einem festen Aufnahmeteam an repräsentativ abgeleiteten Probepunk-ten. Im Vorfeld seien die betroffenen Waldbesitzer und Jagdgenossenschaften durch das Forstamt angeschrieben worden.

„Wir wollen das Gutachten so transparent wie möglich erarbeiten“, sagt Stephan Fabig, der die Außenaufnahmen im Forstamt koordiniert: „Waldbesitzer und Jäger sollen an den Außenaufnahmen teilnehmen können, um sich gemeinsam vor Ort einen unmittelbaren Eindruck über die aktuelle Verbiss- und Schälsituati-on in ihrem Waldgebiet zu verschaffen.“

Bei Teilnahmeinteresse können die Termine im Forstamt Erfurt-Willrode erfragt werden (Tel. 036209 43020). Für weitere Rückfragen rund um das forstliche Gutachten steht auch das Forstliche Forschungs- und Kompetenzzentrum in Gotha zur Verfügung (Tel. 03621 2250).

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Kontakt

Forstamt Erfurt-Willrode

Stephan Fabig