Schadholzsanierung im Spätwinter

Foto: Andreas Knoll

Jetzt den Spätwinter für Schadholzsanierung nutzen. Viele Borkenkäfer überwintern unter der Rinde von Fichten 

Im dritten Trockenjahr in Folge sind in Thüringen in diesem Jahr 3,5 Millionen Kubikmeter Schadholz allein in der Fichte durch Borkenkäfer angefallen – so viel wie noch nie, informiert das Thüringer Forstamt ErfurtWillrode. Gleichzeitig überwintert unter Rinde geschädigter Fichten ebenfalls eine Rekordmenge an Käfern. Betroffene Waldbesitzer sollten daher den Spätwinter intensiv für die Sanierung von Borkenkäferfichten nutzen, appellieren die Förster.  

„In diesem Winter überwintern ungewöhnlich viele Borkenkäfer nicht im Boden, sondern im befallenen Baum unter der Rinde“, informiert Thomas Kallenbach, der im Forstamt Erfurt-Willrode für das Waldmonitoring zuständig ist. Mit dem Einschlag und Abtransport dieser Fichten bis spätestens Ende März biete sich für Waldbesitzer jetzt die Chance, den Befallsdruck im Frühjahr deutlich zu senken.  

„Positiv ist, dass der Holzmarkt aktuell auch aufnahmefähig für das anfallende Schadholz ist“, ergänzt Forstamtsleiter Dr. Chris Freise. Ob die anziehende Nachfrage über den April hinaus anhalte, könne derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Wer das Zeitfenster bis März nutzte, könne die Käfermengen in seinem Wald kräftig abschöpfen und werde für sein Holz auch einen Käufer finden.  

„Die Rinde verrät, wo sich die Wintersanierung lohnt“, so Kallenbach: „Bei Bäumen mit bereits vollständig abgefallener Rinde können sich keine lebensfähigen Larven oder erwachsene Käfer verstecken. Solche Bäume können auch als Totholz im Bestand belassen werden, wenn sie nicht zu nah an Wegen stehen.“ Aber schon kleine anhaftende Rindenreste bieten den Schadinsekten beste Überlebenschancen und sollten nach dem Einschlag so schnell wie möglich aus dem Wald transportiert werden.

Alternativ könne man die Stämme vollständig entrinden oder mit einem zugelassenen Holzschutzmittel behandeln. Die größten Borkenkäferdichten fänden sich an den Fichten, deren Nadeln noch grün oder gerötet seien und bei denen die Rinde noch anhafte. Mit dem Einschlag dieser Bäume erziele man den größten Sanierungseffekt. 

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Forstamt Erfurt-Willrode

Dr. Chris Freise