Pünktlicher Start: Waldbrandüberwachung 2021

Sanierter Feuerlöschteich im Thüringer Forstamt Neustadt/Orla: ThüringenForst rüstet landesweit 155 solcher Löschwasserbereitstellungen im Wald auf, um für eine effektive Waldbrandbekämpfung besser gerüstet zu sein. (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Für die nächsten acht Monate überwacht ThüringenForst die Wälder auf mögliche Brandherde. Erster Waldbrand des Jahres im Thüringer Forstamt Sonneberg

Pünktlich zum 1. März startet ThüringenForst die diesjährige Waldbrandüberwachungssaison, die bis Ende Oktober andauert. Mit Hilfe eines Waldbrandprognoseverfahrens wird nunmehr täglich die Waldbrandgefahr ermittelt, einer der fünf Waldbrandgefahrenstufen zugeordnet und veröffentlicht. Hierzu arbeitet die Landesforstanstalt eng mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zusammen, der thüringenweit 32 Vorhersageregionen auswertet.

Die Wälder im Freistaat galten bisher, mit Ausnahme des Ostthüringer Raumes, wo brandgefährdete Kiefern in lichten Waldstrukturen auf recht trockenen Böden stocken, als durch Feuer gering bedroht. Der Klimawandel, infolgedessen die Anzahl an Witterungsextremen zunimmt, lässt Försterinnen und Förster allerdings mit Sorgen in die Zukunft blicken. Auch deshalb hatte ThüringenForst in den letzten Jahren bei der Waldbrandvorbeugung und -technik deutlich aufgerüstet.

Witterungsbedingte Waldbrandgefährdung nimmt stetig zu

„Der Klimawandel wird die Waldbrandgefahr zukünftig tendenziell erhöhen. Auf die damit verbundenen Szenarien haben wir uns mit finanzieller Unterstützung des Landes vorbereitet, sowohl in der Waldbrandvorbeugung wie auch der Waldbrandbekämpfung “, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Die Klimaprojektionen gehen davon aus, dass sich die witterungsbedingte Waldbrandgefährdung künftig weiter erhöhen wird, wobei die tatsächliche Brandgefahr in den Wäldern in den einzelnen Landesteilen unterschiedlich ausfallen kann.

Deshalb hatte ThüringenForst in den letzten Jahren die Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Aufklärung über Waldbrandursachen verstärkt, die Instandsetzung von rund 155 Löschwasserteichen im Wald gestartet, Löschwasseranhänger für die Forstämter gekauft sowie Waldbrandlöschrucksäcke und Feuerpatschen für die Waldbrandbekämpfung beschafft.

Dies erfolgte mit Hilfe eine Sonderprogramms des Landes für allen Eigentumsformen. Des Weiteren wurde die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren verstärkt, etwa durch gemeinsame Waldbrandübungen. Auch der Einsatz des einzigen Löschwasserhubschraubers im Freistaat wurde in Zusammenarbeit mit der Thüringer Polizei optimiert. Allein im vergangenen Jahr wurden hierfür 400.000 € investiert. „Wir sind nun technisch wie organisatorisch besser vorbereitet“, so Gebhardt weiter.

Der „sorglose“ Waldbesucher bleibt ein Risiko

Die zunehmende Inanspruchnahme des Naturraumes Wald etwa durch Waldbesucher, Mountainbike-Fahrer oder auch Geo-Cacher wird, so die Waldbrandexperten, künftig eine Zunahme von Brandereignissen wahrscheinlich werden lassen.

Auch wenn im Freistaat ein nicht unerheblicher Teil der Brandursachen ungeklärt blieben, gelten die meisten Waldbrände in Deutschland als vom Menschen verursacht. Insbesondere die Missachtung des gesetzlich verankerten, ganzjährigen Rauchverbots oder auch das fahrlässige Grillen im Wald oder Waldesnähe sind Ursachen für Waldbrände.

Löschfahrzeuge auf Waldwegen nicht behindern

Ungeachtet dieser nüchternen Deutschland-Bilanz bittet Gebhardt zu Beginn der Waldbrandüberwachung 2021 alle Waldnutzer eindringlich, speziell an den ersten warmen Frühjahrstagen, Kraftfahrzeuge keinesfalls seitlich an Waldwegen zu parken: Großen Löschfahrzeugen wird damit ggf. die schnelle Zufahrt zum Brandherd genommen. Folge können empfindliche Schadensersatzforderungen des vom Brand betroffenen Waldbesitzers gegenüber dem Fahrzeugbesitzer sein.

Der erste Waldbrand dieser Saison ereignete sich Mittwoch dieser Woche im Forstamt Sonneberg: 100 Quadratmeter Bodenfeuer in einem Kiefernbestand, der durch die Schalker Feuerwehr schnell gelöscht werden konnte.

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Dr. Horst Sproßmann