Munitionsberäumung LMuna Bad Klosterlausnitz abgeschlossen

2018 fanden Munitionsexperten in der LMuna bei Bad Klosterlausnitz „Monika“: Eine Bombenmine mit 726 kg Sprengstoff. Direkt darunter in 1,5 m Tiefe zwei weitere „Monika“-Bombenminen. (Foto: Dr. Horst Sproßmann/Daniela Tröger)

In Anwesenheit von Forst-Staatssekretär Torsten Weil übergeben Kreis und Stadt die jahrzehntelang gesperrte Räumstelle der Öffentlichkeit und pflanzen symbolisch drei Bäume

In Anwesenheit von Forst-Staatssekretär Torsten Weil übergeben heute der 1. Kreisbeigeordnete Johann Waschnewski und Bürgermeisterin Gabrielle Klotz die jahrzehntelang gesperrte Fläche der ehemaligen Luftmunitionsanstalt (LMuna) der Öffentlichkeit. Von 1999 bis 2021 wurden hier auf einer Fläche von rund 600 Hektar über 650 Tonnen Kampfmittel beräumt.

Die Kosten in Höhe von 24 Millionen Euro übernahmen weitestgehend der Freistaat Thüringen und der Bund. Mit Beendigung der Räumung wird die Fläche abschließend wiederbewaldet und bleibt im Eigentum der ThüringenForst-AöR, die 1999 die Kampfmittelberäumung, damals noch als Landesforstverwaltung, initiierte. Symbolisch werden sodann drei Bäume gepflanzt. Das zukünftige Waldgebiet wird nachhaltig bewirtschaftet, als Naherholungsraum genutzt und besitzt jetzt schon hohen naturschutzfachlichen Wert.

„Die jahrzehntelangen Beräumungsarbeiten und die Arbeit der Forstleute tragen reiche Früchte. Die geräumten Flächen werden sich zum großen Teil wieder zu dem Wald entwickeln, wie er hier noch vor 100 Jahren stand. Heute freue ich mich vor allem darüber, dass die Fläche den Bürgerinnen und Bürger wieder uneingeschränkt zugänglich sein wird und nun wie zuletzt vor fast 90 Jahren genutzt werden kann. Hier gehen Naherholung und Naturschutz Hand in Hand“, so Forst-Staatssekretär Torsten Weil.

Der Munitionsberäumung folgt die Wiederbewaldung

„Um die Munitionsberäumung zu ermöglichen, mussten einige Bäume gefällt werden. Nach der Beräumung der Einzelflächen wurde durch die ThüringenForst-AöR fortlaufend wiederaufgeforstet – bis jetzt mit etwa 30.000 Eichen und tausenden weiteren Ahornen“, so Jörn Ripken, ThüringenForst-Vorstand. Aber auch die Natur half mit: Aus Naturverjüngung fanden sich Birken, Pappeln, Weiden und Kiefern ein. Diese jungen Bäume wurden teilweise übernommen, soweit sie die gepflanzten Jungeichen nicht im Wachstum behinderten.

In den nächsten Jahren werden weitere Aufforstungen, Jungwaldpflegen, die Bestandserschließung und das Jagdmanagement Schwerpunktaufgabe des hiesigen Revierförsters sein. Gleichzeitig achten die Grünröcke darauf, vielfältige Lebensräume für seltene Arten wie Kammmolch, Große Moosjungfer, Kranich oder Kreuzotter entstehen zu lassen.

Wechselhafte Historie zur LMuna

Bis 1934 war das Gebiet von einer land-, forst- und jagdwirtschaftlichen Nutzung bestimmt, war zeitgleich beliebtes Ausflugsziel und von Pilzsuchern begehrte Region. 1936 begann die militärische Nutzung mit der Einlagerung von Munition für die Luftwaffe. Im April 1945 besetzten amerikanische Truppen die LMuna, wenige Monate später die sowjetischen Truppen, die durch Großsprengungen leider zu einer Verteilung der Munition auf großer Fläche sorgten – ohne diese unschädlich gemacht zu haben.

Mitte der 1950er Jahre übernahm die Nationale Volksarmee das Objekt und nutzte es ab 1962 bis 1990 als Schießplatz. Ein Jahr später übernahm die Bundeswehr das 1.165 Hektar große Gebiet. Nach der Restituierung der Hälfte des Standortübungsplatzes wurde die Thüringer Landesforstverwaltung für die Waldfläche zuständig, seit 2012 die ThüringenForst-AöR.

Mit Abschluss der Kampfmittelberäumung kann nun mit dem heutigen Tag die Allgemeinverfügung der Gemeinde Bad Klosterlausnitz, die ein rund 20 Jahre langes Betretungsverbot der LMuna zum Inhalt hatte, zurückgenommen werden. Die Fläche ist für die Bevölkerung, wie vor 1934, wieder uneingeschränkt betretbar, auch wenn diese zukünftig als Altlastenverdachtsfläche registriert bleibt.

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ThüringenForst Zentrale

Dr. Horst Sproßmann