Kleinprivatwald in Thüringen immer selbstständiger

Im Beisein von Forstministerin Birgit Keller (li.) unterzeichneten der Vorsitzende der FWV Nordthüringen, Uwe Fritzlar (mi.), und ThüringenForst-Vorstand Volker Gebhardt die Kooperationsvereinbarung. (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Mit der heutigen Kooperationsvereinbarung stärkt Forstministerin Keller die Eigenständigkeit des Kleinprivatwaldes im Freistaat. Kartellrechtliche Problematik entspannt sich weiter

Im Beisein der Verwaltungsratsvorsitzenden der ThüringenForst-AöR, Forstministerin Birgit Keller, unterzeichnen ThüringenForst-Vorstand Volker Gebhardt und der Vorsitzende der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Nordthüringen (FWV NT), Uwe Fritzlar, heute bei Creuzburg einen Kooperationsvertrag. Dieser sieht die finanzielle und technische Unterstützung der FWT bei der Digitalisierung ihrer Kerngeschäftsprozesse vor.

Umgekehrt erhält ThüringenForst wichtiges Erfahrungswissen, welches anderen forstlichen Vereinigungen im Freistaat zur Verfügung gestellt werden kann, um auch deren Professionalisierung voranzutreiben.

„Damit stärken wir die Eigenständigkeit des Kleinprivatwaldes in Thüringen und helfen, bisher notwendiges staatlichen Engagement soweit möglich durch private Verantwortung und Eigeninitiative zu ersetzen“, so Forstministerin Birgit Keller.

Eigenvermarktung des Holzes zur Lösung kartellrechtlicher Bedenken

„Mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung startet die FWV auch die Eigenvermarktung von rund 24.000 Festmeter Holz, welches die rund 800 Mitglieder auf über 7.000 Hektar einschlagen“, erläutert Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Bisher wurde dieses Holz durch die zuständigen staatlichen Forstämter verkauft.

Mit dem neuen Holzverkaufsmodell werden aktuell intensivierte kartellrechtliche Bedenken, die auch in einigen anderen Bundesländern bestehen, weiter Boden entzogen.  Mit der neuen, im Rahmen der Kooperationsvereinbarung zur Verfügung gestellten Fachsoftware, ist nicht nur eine eigenständige und effiziente Mitglieder- und Flächenverwaltung, sondern auch eine professionelle digitale Holzvermarktung möglich, die die komplexen Wirtschaftsvorgänge für jedes Mitglied nachvollziehbar abbildet.

Der politische Weg zur Inwertsetzung des Kleinprivatwaldes ist erfolgreich

Schon in der Vergangenheit fand der Thüringer Weg zur Inwertsetzung des durch Strukturnachteile beeinträchtigten Kleinprivatwaldes bundesweite Beachtung. Neben dem täglichen Engagement der Betreuungsförster in den staatlichen Forstämtern wurde 2006 in enger Zusammenarbeit von Forst- und Holzwirtschaft im Freistaat ein Partnerschaftsprojekt initiiert, das passiven Kleinprivatwaldbesitzern die Vorzüge der Waldbewirtschaftung nahe bringt.

In den vergangenen Jahren wurde die Forstwirtschaftliche Vereinigung Henneberger Land in Südthüringen im Rahmen des Projektes „Mit ThüringenForst in die Zukunft – Coaching von Forstlichen Zusammenschlüssen“ finanziell unterstützt. Mit der heutigen Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung geht dieser politische Weg einen weiteren erfolgreichen Schritt in Richtung hin zur Eigenständigkeit des Kleinprivatwaldes in Thüringen.

Denn nur ein wirtschaftlich erfolgreicher Kleinprivatwald kann die großen zukünftigen Herausforderungen wie etwa Klimaschutz und Klimaanpassung durch und für die heimischen Wälder angemessen leisten.

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Dr. Horst Sproßmann