Kleinprivatwald im Fokus bundesweiter Forschungsaktivitäten

Schon 2015 unterstützte ThüringenForst die Ausrüstung von Forstbetriebsgemeinschaften mit digitaler Technik. Jetzt wird an weiteren digitalen Werkzeugen geforscht. (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Förster, Wissenschaftler und EDV-Spezialisten wollen digitale Werkzeuge für kleine Forstbetriebe entwickeln. Mit dabei: Die Forschungseinrichtung der ThüringenForst-AöR in Gotha

Das vom Bund geförderte Forschungsprojekt mit dem sperrigen Namen „Integriertes forstliches Informationssystem für den kleinparzellierten Nicht-Staatswald“, kurz INKA, soll künftig Besitzern von kleinen Waldflächen mit leistungsfähigen digitalen Werkzeugen helfen. Mit dabei: Das Forstliche Forschungs- und Kompetenzzentrum (FFK) Gotha der  ThüringenForst-AöR.

Die Gothaer Spezialisten erarbeiten, neben Forstinstitutionen anderer Bundesländer, neue, speziell auf die Anforderungen kleiner Forstbetrieb optimierte Verfahren der Waldinventur, die durch die INTEND Geoinformatik GmbH als Web-Portal zusammengeführt werden. Dabei steht eine einfache, modulare Handhabung durch den Nutzer und die Berücksichtigung der persönlichen Zielsetzungen des Waldbesitzers im Vordergrund.

Strukturnachteile des Kleinprivatwaldes sollen vermindert werden

„Die rund 180.000 privaten Waldbesitzer in Thüringen verfügen zu großen Teilen über Forstflächen kleiner als zwei Hektar, nicht wenige Waldparzellen sind kaum größer als drei bis vier Supermarkt-Parkplätze“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. In derartig kleinen Forstbetrieben lohnt die derzeit verfügbare, kostspielige forstliche IT-Infrastruktur nicht.

Gleichwohl sind die Herausforderungen auch dort komplex, müssen waldgesetzliche Anforderungen erfüllt werden, wie auch eine finanziell auskömmliche Bewirtschaftung möglich sein sollte. Hier setzt das neue Forschungsprojekt an: So soll INKA wichtige Informations- und Forstplanungsdaten bereitstellen, eine Waldwachstumssimulation ermöglichen, Geschäftsprozesse abbilden und dem Waldbesitzer konkrete Vorschläge zu notwendigen Bewirtschaftungsmaßnahmen liefern.

Moderne Verfahren der automatischen Datenerhebung mit Minidrohnen und Laserscannern kommen dabei zur Anwendung. Kurzum: Ein hochmodernes, leicht bedienbares und kostengünstiges Betriebsprogramm für verschiedene Anwendungsfälle – gleichsam ein Office-Paket für den Wald.

Bundesweit vernetzter Forschungsverbund

Die Bereitstellung eines einfachen Zugangs zu frei verfügbaren Geodaten wie z. B. Satellitenbilder, Katasterdaten oder Biotopdaten, hoch präzise Waldinventuren mittels Satellit, Drohne oder Laserscanning und zugehörige bildgebende Verfahren sind Arbeitsschwerpunkte der Gothaer Forst-Forscher.

Daneben arbeiten forstliche Hochschulen, forstliche Forschungseinrichtungen und Praxispartner aus Niedersachsen und Hessen an dem für drei Jahre geförderten Informationstool-Projekt.

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