Keller aus Holz

Holzhäuser wurden bisher, wie hier bei Erfurt, auf Stahlbetonkeller gebaut. Künftig kann der Bauherr auch hier den nachhaltigen Roh-, Bau- und Werkstoff Holz einsetzen und damit erhebliche Treibhausgas-Einsparpotenziale zusätzlich erschließen. (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Holzhäuser können künftig auf Holzkellern errichtet werden. Keller aus Brettsperrholz, statt aus Stahlbeton, machen den Holzhausbau noch ökologischer und noch schneller. Experten sehen erhebliche Treibhausgas-Einsparpotenziale im Bau

Ein bayerisches Holzbauunternehmen für ökologischen Bauen bietet jetzt Holzhäuser auf aus Brettsperrholz errichteten Kellern an. Dadurch wird der Einsatz von Stahlbeton auch beim Holzhausbau vollständig überflüssig und die Treibhausgasbilanz des Gesamtbauwerks noch weiter verbessert.

Die millimetergenau zugeschnittenen und imprägnierten Holzelemente werden gegen das Erdreich im Boden- wie Wandbereich mit Spezialkunststoffbahnen verklebt und mit Perimeterdämmung gegen Druck geschützt. Vorteil für den Bauherren: Der Keller ist in wenigen Tagen fertiggestellt und auch sofort bezugsfertig.

Nachteil: bei aufsteigendem Grundwasser, etwa in Überschwemmungsgebieten, könnte der Keller aufschwimmen. Anders als in Deutschland sind Keller und Fundamente aus Holz etwa in den USA die Regelbauweise. Nun können auch hiesige, ökologisch ausgerichtete Bauherren hiervon profitieren.

Holz als Baustoff mit herausragender Ökobilanz

„Die geradezu universelle Verwendbarkeit des Roh-, Bau- und Werkstoffes Holz nimmt immer weiter zu. Damit erschließt sich Holz als nachhaltig gewonnenes Naturprodukt eine herausragende ökologische Bilanz zu Konkurrenzprodukten wie Stahl, Beton oder Glas“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand.

Bisher gab es selbst für Holzhäuser keine Alternative zum Stahlbetonkeller. Dieser hatte die CO2-Bilanz der Ökobauwerke immer verschlechtert. Erst jüngst hatte das gemeinsam vom Bundeslandwirtschafts- und Bundesumweltministerium geförderte Forschungsprojekt „Treibhausgase(THG)-Holzbau“ den großen Einfluss von „Bauen mit Holz“ auf den nationalen Klimaschutz aufgezeigt.

Gerade im Ein- und Zweifamilienhausbau kann in den nächsten Jahren ein großes Klimaschutzpotenzial durch die Substitution von mineralischen Baustoffen durch Holz und durch die damit verbundene Erhöhung des biogenen Kohlenstoffspeichers genutzt werden. Vor dem Hintergrund der ambitionierten Klimaschutzziele im Bausektor könnten daher schon allein über die Materialwahl beim Bauen relativ einfach und sofortig vorhandene Treibhausgas-Einsparpotenziale genutzt werden.

Zurück

Kontakt

ThüringenForst Zentrale

Dr. Horst Sproßmann