Kein Wald ohne Boden

Weltbodentag ganz praktisch: Forstleute entnehmen solch einem Bodenprofil u. a. wichtige Standortsinformationen für die darauf stockenden Wälder (Foto: Rüdiger Süß)

Zum heutigen Weltbodentag verweist ThüringenForst auf die Grundlage unserer heimischen Forste: Den Waldboden

Ohne gesunde Böden, die unter unseren Füßen ein faszinierendes Ökosystem darstellen, gäbe es keinen Wald, ja sogar nicht einmal Leben auf der Erde. Denn Böden speichern Nährstoffe, filtern Wasser, bieten Lebensraum, regulieren das Klima oder schützen vor Wasserfluten. Möglich macht dies eine extrem artenreiche und individuenstarke Gemeinschaft von Bodenlebewesen, die Fichte, Buche, Eiche & Co. die wichtigste Lebensgrundlage bieten: der sog. Humus. Diese organische Substanz ist nicht nur für unsere Waldbäume, aber gerade für sie, ein verlässliches Nährstoff- und Speicherdepot. Darauf macht die Landesforstanstalt am heutigen Weltbodentag, einem 2002 durch die Internationalen Bodenkundlichen Union (IUSS) jeweils zum 5. Dezember ausgerufenen Aktionstag, aufmerksam.

Bodenlebewesen leisten 24/7 Schwerstarbeit
„Obwohl Bodenlebewesen Enormes für die heimischen Wälder leisten, ist nur ein Bruchteil der im Boden lebenden Arten bekannt. Was vielleicht nicht verwundert, denn eine Handvoll Erde beinhaltet mehr Organismen, als es Menschen auf diesem Globus gibt“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Der Waldboden strotzt nur so von Leben. Überraschend ist, wie Artengemeinschaften über dem Waldboden mit Solchen im Waldboden in einem komplexen Beziehungsnetz stehen. Wie etwa der Maulwurf, der durch seine Grabtätigkeit Erdmassen bewegt und den Waldboden durchlüftet und lockert. Oder die Tausendfüsser, die das Laub kompostieren. Regenwürmer reichern Nährstoffe u. a. für die Bäume an und verbessern die Wasseraufnahme des Waldbodens. Milben können das 1.200-fache ihres Körpergewichts stemmen und zersetzen Laub. Ohne sie würden unsere Wälder in ihrem eigenen Laub ersticken. Aber auch Pilze spielen speziell im wurzelnahen Bereich der Bäume eine wichtige Rolle: Mykorrhiza-Pilze liefern den Bäumen Nährstoffe und erhalten hierfür gleichsam „als Gegenleistung“ vom Baum Zuckerverbindungen. Ein Tauschbasar, der unsichtbar im Boden stattfindet. Ein anderer Bodenpilz hilft sogar uns Menschen: Aus dem Schimmelpilz Penicillium wird der bakterientötende Antibiotika Penicillin produziert, eine Wunderwaffe der Medizin.

Förster pflegen Wälder, indem sie u. a. Bodenverdichtung vermeiden
Der Schutz des Waldbodens ist im Rahmen nachhaltiger Waldbewirtschaftung im Fokus der Förster und Waldbesitzer. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Vermeidung von Bodenverdichtung durch Nichtbefahren von Waldböden. Dies gelingt durch ein raffiniert angelegtes Rückegassenennetz, welches sicherstellt, dass 85 % der Waldflächen bei der Waldpflege oder Holzernte nicht befahren werden, sowie eine sorgsame Auswahl von bodenpfleglichen Arbeitsverfahren. Etwa mit dem Rückepferd, dem Einsatz bodenschonender Technik durch Verwendung von Breitreifen und Achsbändern oder Miniraupen. Durch den Einsatz von Seilkränen bei der Waldpflege, erfolgt überhaupt keine Befahrung der Waldflächen. Da diese bodenschonenden Maßnahmen, neben anderen Nachhaltigkeitskriterien, durch ThüringenForst strikt eingehalten werden, darf die Landesforstanstalt das renommierte PEFC-Waldzertifikat tragen.

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