Holznutzung ist praktischer Klimaschutz

ThüringenForst-Vorstand Volker Gebhardt vor der mit knapp 3.000 € teuersten Eiche der diesjährigen Submission. (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Auch die diesjährige Holzsubmission der Landesforstanstalt versetzt Waldbesitzer in die finanzielle Lage, in Wiederbewaldung und Waldumbau hin zu klimastabilen Mischwäldern zu investieren. Aber auch viel für den Klimaschutz zu tun

Bei der diesjährigen Thüringer Laub- und Nadelholzsubmission der Landesforstanstalt in Erfurt-Egstedt wurden insgesamt 1.504 Festmeter (2020: 1.140 Fm) hochwertiges Säge- und Furnierholz angeboten. Die Qualitätsauswahl fand hohe Wertschätzung beim holzverarbeitenden Gewerbe. Das macht aus den schweren Stämmen feinste Holzmöbel, edle Holzdecken, strukturreiche Bodenparkette, perfekt furnierte Türen bis hin zu Holzteilen und Intarsien für die Restaurierung hölzerner Kulturgüter.

Die beteiligten Waldbesitzer veräußerten Holz im Gesamtwert von etwa 0,65 Mio. Euro aus 16 Thüringer Forstämtern, der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Nordthüringen, der Stadt Mühlhausen und zwei sachsen-anhaltinischen Forstbetrieben.

Holzsubmissionen tragen zum praktischen Klimaschutz bei

„Die Holzsubmission ist auch für die Veräußerung besonders wertvoller Stämme aus Thüringens Klein- und Kleinstprivatwäldern wichtig, deren Besitzer ansonsten kaum einen derartig exklusiven Marktzugang finden“, sagte Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand.

Damit ergeben sich auch für diese die Möglichkeit, Klimaschutz durch nachhaltige Holznutzung zu betreiben. Denn die erzielten Erlöse können wieder in die Pflege ihrer Privatwälder investiert werden, insbesondere in den Waldumbau hin zu klimastabilen Mischwäldern.

Soll man zum Schutz des Waldes nicht besser auf die Holznutzung verzichten?

„Auf keinen Fall!“, so Gebhardt weiter. Das Wälder klimaschädliches CO2 speichern, ist nur ein Vergleichsweise kleiner Teil des Beitrags, den unsere Wälder zur Klimarettung leisten können. Wälder, die forstwirtschaftlich genutzt und gepflegt werden, senken den CO2-Gehalt der Atmosphäre hingegen zusätzlich durch Holzprodukte, die mittel- und langfristig verbaut werden und damit als CO2-Speicher wirken.

Etwa als Holzdachstuhl, als Holzfenster oder Holzparkett. Gerade hochwertiges Submissionsholz wird sogar fast ausschließlich in langlebige Holzprodukte „verwandelt“. Ein aus Eiche gebautes Weinfass hat schließlich eine Lebensdauer von rund 100 Jahren und mehr. Ebenfalls wichtig für den Klimaschutz ist die Tatsache, dass man mit Holzressourcen andere Produkte aus Kunststoff, Metall, Glas oder Beton, deren Herstellung viel klimaschädliche Energie verbraucht, ersetzen kann. Dieser Klimaschutz-Effekt ist etwa doppelt so groß, wie die Klimaschutzeffekte durch den Wald selbst und dessen verbaute Holzprodukte zusammen.

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Dr. Horst Sproßmann