Holznachfrage wächst – das hilft dem Wald

Die verstärkte Holznachfrage lässt die Rohholzströme aus dem Wald in die verarbeitende Industrie zunehmen – gut für den Wald, gut für Forst- und Holzwirtschaft, gut für das Handwerk und gut für Bauherren sowie renovierungs- und umbauwillige Endverbraucher. (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Die Nachfrage nach Holz nimmt zu, was Waldbesitzer freut und dem Wald guttut. Denn damit findet das Schadholz einen schnelleren Weg aus dem Wald und erspart den Pflanzenschutzmitteleinsatz

In Thüringens Wäldern scheinen erste Schritte zu einer Normalisierung der Waldpflege in Sicht. Zumindest in Bezug auf die Wiederaufnahme einer geregelten Pflege und Durchforstung. In den nächsten Wochen wird punktuell wieder die reguläre Durchforstung von Kiefernbeständen, später von Fichtenbeständen begonnen.

Dabei wird auch wieder Frischholz geerntet, für das ThüringenForst vor rund drei Jahren im Staatswald, wegen der klimawandelbedingten Sturm-, Dürre und Borkenkäferschäden, einen Einschlagsstopp verhängt hat

Sägewerke suchen verstärkt Holz

„Der Holzmarkt zeigt sich in Thüringen nach Jahren wieder aufnahmefähiger. Neben dem Schadholz wird verstärkt auch nach Holz aus der regulären Waldpflege nachgefragt. Diesen Bedarf bedienen wir vorsichtig“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Die reguläre Waldpflege ist zunehmend wichtig, da der flächige Waldumbau weiter vorangetrieben werden muss.

Um die Wälder mit klimaresilienten Mischbaumarten umzubauen, müssen die Waldbestände vorbereitet werden. Denn die jungen Pflänzchen benötigen gerade im Bestand ausreichend Licht, Wärme und Niederschläge am Pflanzort. Hierfür müssen ältere Bäume mit breiteren Kronen weichen. Pflegeeingriffe stabilisieren außerdem die Bestände, um insbesondere künftigen Sturm- und Dürreereignissen keine Angriffsfläche zu bieten.

Der Kampf gegen den Borkenkäfer geht unvermindert weiter

Mit der langsamen Wiederaufnahme der regulären Waldpflege wird der Kampf gegen den Borkenkäfer aber nicht überflüssig. Im Gegenteil: Bis zum Frühsommer müssen Borkenkäfernester weiterhin rigoros aufgespürt, die befallenen Fichten eingeschlagen und umgehend abtransportiert werden. Je mehr Borkenkäfer auf diese Art aus dem Wald geschafft werden, umso besser. Mit den ersten warmen Apriltagen wird der Buchdrucker seinen Hauptschwarmflug erstmalig in diesem Jahr beginnen und sein gefräßiges Wirken fortsetzen. In dieser Schwarmflugphase wird der Einsatz von sogenannten „Fangbäumen“ forciert, wofür ebenfalls Frischholzeinschlag notwendig ist.

Frisch eingeschlagene Fichten sind für den Buchdrucker besonders attraktiv. Er befliegt sie massenhaft und beginnt dort umgehend sein Brutgeschäft. Wird dieser Zeitpunkt der Höchstbesiedlung abgepasst, der Baum sodann entrindet oder mit der gesamten Borkenkäferbrut aus dem Wald z. B. in das Sägewerk geschafft, so kann ohne Pflanzenschutzmitteleinsatz die Borkenkäfervermehrung bekämpft werden. Eine forstsanitäre Gefahr für Nachbarfichten geht von diesen „Fangbäumen“ somit nicht aus, wenn das Verfahren professionell umgesetzt wird.

Inwieweit sich der Holzmarkt weiter stabilisiert, kann nur vorsichtig eingeschätzt werden. Erfreulich sind aber die derzeitigen Nachfrageentwicklungen. Mit dem erhöhten Interesse an Rohholz steigen auch die Holzpreise wieder an, sodass zumindest wieder Kostendeckung bei der Waldpflege erreicht werden kann.

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Dr. Horst Sproßmann