Heiße Jobs und coole Typen

Dringende Schadholzaufarbeitung auch bei hochsommerlicher Hitze: Forstwirt Uwe Döll vom Forstamt Finsterbergen in kompletter Schutzbekleidung – ein Job für coole Typen (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Landwirte, Bauarbeiter, Dachdecker oder Straßenbauer haben bei den aktuellen Sommertemperaturen einen „heißen“ Job. Aber auch Forstwirte müssen bei der Waldarbeit unter der allgegenwärtigen Hitze einen der gefährlichsten Jobs überhaupt meistern

Bei den derzeit hochsommerlichen Temperaturen leiden insbesondere Beschäftigte, die im Freien arbeiten müssen und dabei körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten nachgehen. Vielen fallen sofort Landwirte, Bauarbeiter, Dachdecker oder Straßenbauer ein. Aber auch Forstwirte, die in der Holzernte tätig sind, gehören dazu. Denn während die Beschäftigten auf dem Feld oder der Baustelle auch mal im luftigen Sommershirt arbeiten können, muss der Forstwirt stets eine signalfarbene, feste Schutzbekleidung und einen gewichtigen Werkzeuggurt tragen und dabei mit seiner Motorsäge sicher hantieren.

Die Arbeit im Wald ist gefahrengeneigt und äußerst anstrengend
„Gerade der Job im Wald wird oft romantisiert, tatsächlich ist er nicht nur gefahrengeneigt, sondern auch, gerade im Hochsommer, physisch belastend“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Die ganzjährige Schadholzsanierung setzt Forstwirten allen witterungsbedingten Extremtemperaturen aus. Die hohen Temperaturen verlangen deshalb den rund 300 in der Holzernte tätigen Forstwirte der ThüringenForst-AöR in diesen Tagen viel ab. Denn wer professionell Holz macht, der muss eine vollständige Arbeitsschutzbekleidung tragen. Neben dem Schutzhelm mit Ohr-, Nacken- und Gesichtsschutz ist dies eine Schutzjacke, Handschuhe, eine Schnittschutzhose und trittstabile Schnittschutzschuhe mit Stahlkappen. Da kommen schnell sieben Kilogramm Gewicht allein für die persönliche Schutzausrüstung zusammen. Zusätzlich verursacht der Werkzeuggurt mit Kluppe, Maßband, Verbandspäckchen und Kettenschärfwerkzeug zusätzliche Pfunde. Hinzu kommen rund fünf Kilogramm Gewicht der Motorsäge, weitere fünf Kilogramm für den Benzin-Öl-Kombikanister. Auch Spalthammer und Fällkeile muss der Forstwirt zumindest zum Fällort tragen – nicht selten liegt dieser am Steilhang. Bei Temperaturen über 30 Grad Celsius wahrlich kein Zuckerschlecken. „Den derzeit temperaturbedingt schwierigen Arbeitsbedingungen für die Forstwirte bei der Schadholzaufarbeitung versuchen wir durch betriebliche Maßnahmen entgegenzusteuern“, so Gebhardt weiter. Dazu gehören die Verlagerung der Arbeitsstunden in den sehr frühen Morgen, die Erhöhung der Zahl hitzebedingter Kurzpausen oder die Begrenzung der körperlich anstrengenden Holzerntearbeiten auf den Vormittag. Zusätzlich wird den Forstwirten empfohlen, Wechselbekleidung bereitzuhalten, auf größere, kreislaufbelastende Mahlzeiten zu verzichten und stetig ausreichende Mengen Wasser dem Körper zuzuführen.

Forstmaschinen verbessern Sicherheit und Hygiene
„Die Arbeitssicherheit steht aber auch bei hochsommerlichen Temperaturen immer im Vordergrund“, unterstreicht Gebhardt. Besser haben es da die Forstmaschinenführer in ihren modernen Harvestern und Forwardern – sie verrichten die Arbeit in geschützten, vollklimatisierten Fahrerkabinen. Von dort aus erledigen sie im T-Shirt per Joystick die Holzerntemaßnahmen – mit einem etwa zehnfach höheren Leistung als der schwitzende Forstwirt.

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Dr. Horst Sproßmann