Gefährliche Mischung im Wald

Foto: Stephan Fabig

Gefährliche Mischung im Wald: Borkenkäfer und Sturmholz. Höchste Zeit für Beseitigung von Brutbäumen und Schadholz

In den Fichtenwäldern des Forstamtes Erfurt-Willrode hat sich eine gefährliche Mischung zusammengebraut. Die Februar-Stürme haben massenhaft für geeignetes Brutmaterial gesorgt und in befallenen Fichten steht eine Massenpopulation von Borkenkäfern in den Startlöchern, warnt das Forstamt Erfurt-Willrode. Es werde daher höchste Zeit, Käferfichten zu sanieren, bei denen Borkenkäfer unter Rinde überwintern und parallel das Sturmholz aufzuarbeiten. Die Extremsommer der letzten Jahre haben zu einer Massenvermehrung des gefährlichen Schadinsektes geführt. Auch der Regen im vorigen Jahr habe diesen Trend nicht umkehren können.

Von der Fahner Höhe, bis Kranichfeld, Stadtilm und Arnstadt haben Borkenkäfer bereits auf einer Fläche von mehreren hundert Fußballfeldern Fichtenwälder vernichtet. „In diesem Winter überwintern wieder ungewöhnlich viele Borkenkäfer im befallenen Baum unter der Rinde“, informiert Thomas Kallenbach, der im Forstamt Erfurt-Willrode für das Waldmonitoring zuständig ist. Spätestens in der ersten Aprilwoche sei mit dem massenhaften Ausflug dieser Käfer zu rechnen. „Diese Bäume müssen daher jetzt gefällt und aus dem Wald transportiert werden“, appelliert Kallenbach an alle Waldbesitzer.

„Der Holzmarkt hilft bei der schnellen Sanierung“, ergänzt Forstamtsleiter Dr. Chris Freise. Durch die gute Baukonjunktur bewege sich der Peis auch für Schadholz wieder in einem Hochpreisniveau. „Die Rinde verrät, wo sich die Wintersanierung lohnt“, erklärt Kallenbach: „Bei Bäumen mit bereits vollständig abgefallener Rinde können sich keine lebensfähigen Larven oder erwachsene Käfer verstecken. Aber schon kleine anhaftende Rindenreste bieten den Schadinsekten beste Überlebenschancen.“ Diese Stämme sollten nach dem Einschlag so schnell wie möglich aus dem Wald transportiert werden.

Alternativ könne man sie vollständig entrinden oder mit einem zugelassenen Holzschutzmittel behandeln. Die größten Borkenkäferdichten fänden sich an den Fichten, deren Nadeln noch grün oder gerötet seien und bei denen die Rinde noch anhafte. Mit dem Einschlag dieser Bäume erziele man den größten Sanierungseffekt, aber eben nur bis Anfang April. Dann sei es zu spät. Verbreitung der Medieninformation unter Angabe der Quelle erwünscht! 14.03.2022 Medieninformation 09/2019 Bearbeiter / Telefon Dr. Freise / 036209 - 43020 Organisationsportrait Die am 1. Januar 2012 gegründete Landesforstanstalt ThüringenForst – Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) mit Sitz in Erfurt bewirtschaftet rund 200.000 Hektar Staatswald, nimmt hoheitliche Aufgaben im gesamten Waldgebiet des Freistaats wahr (550.000 Hektar) und bietet Dienstleistungen (Beförsterung) für den Privat- und Kommunalwald an.

Mit 24 Forstämtern und 279 Forstrevieren ist ThüringenForst-AöR flächendeckend in Thüringen aufgestellt. Mit knapp 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird ein Jahresbudget von circa 100 Millionen Euro bewegt. Das Cluster Forst & Holz im Freistaat Thüringen sichert über 40.000 Arbeitsplätze, vorwiegend im strukturschwachen ländlichen Raum, und generiert einen Branchenumsatz von über zwei Milliarden Euro – die damit viertgrößte Wirtschaftsbranche Thüringens. Weitere Informationen finden Sie unter www.thueringenforst.de. Zusätzlich haben die Februar-Stürme „Ylenia“, „Zeynep“ und „Antonia“ im Forstamtsbereich noch für mindestens 15.000 Kubikmeter Schadholz gesorgt.

„Das sind ideale Brutbäume für die nächsten Borkenkäfergenerationen“, äußerst sich Freise besorgt. Zusammen mit dem hohen Borkenkäferbestand sei das eine sehr gefährliche Mischung, die zu großen Verlusten von Nadelwaldflächen führen könne. Und das könne nicht nur für die Fichte gefährlich werden. „Wir beobachten gerade, dass auf Fichten spezialisierte Borkenkäferarten sogar Kiefern in großer Zahl angreifen und zum Absterben bringen“, sagt Freise. Da sei bis jetzt in dieser Form noch nie aufgetreten.

Man arbeite aktuell mit Hochdruck an der schnellen Bewältigung des Sturmholzes, doch Sorgen mache dem Forstamtsleiter der hohe Anteil an verstreuten Einzelwürfen und die Schäden im Kleinprivatwald, der nicht in Forstbetriebsgemeinschaften organisiert ist: „Wenn das Sturmholz nicht bis spätesten Mitte Mai vollständig saniert ist, fliegt von dort die nächste frische Vermehrungswelle der Borkenkäfer aus und wird sich auf die noch lebenden Bäume stürzen.“

Das Forstamt bittet daher alle Waldbesitzenden dringend, ihre Waldflächen zu kontrollieren und die Aufarbeitung von potenziellem Brutmaterial für Borkenkäfer so schnell wie möglich zu veranlassen. „Die Zeit drängt!“, unterstreicht der Forstamtsleiter.

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