Forstwirtschaft auf dem Ettersberg ohne Fehl und Tadel

Unter regem Interesse der Medien erläutert PEFC-Auditorin Eva Schloßmacher (4.v.r.) die nachhaltige und naturnahe Waldbewirtschaftung auf dem Ettersberg. (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Unabhängige Gutachterin bescheinigt solide Waldbewirtschaftung. Ettersberg war noch nie so waldreich, holzvorratsstark, gepflegt und vital

Die unabhängige Gutachterin der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (DQS GmbH), Eva-Monika Schloßmacher, stellt dem Landeswald auf dem Ettersberg bei Weimar ein gutes Attest aus.

Die festgestellte solide Bewirtschaftung der Wälder erlaubt ThüringenForst als Waldeigentümer, weiterhin das PEFC-Zertifikat zu führen, ein weltweiter „Wald-TÜV“.  Mit dem Zertifikat wird die Dokumentation und Verbesserung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung im Hinblick auf ökonomische, ökologische sowie soziale Standards bestätigt.

Demnach war der Ettersberg noch nie so waldreich, holzvorratsstark, gepflegt und vital. Eine Grundlage dieser erfolgreichen Waldbewirtschaftung ist das Forstwegenetz, das nicht nur den Arbeitseinsatz von unfallvermeidenden Forstmaschinen erlaubt, sondern auch den Erholungssuchenden der Region zu Gute kommt.

Zerbombt und geplündert – der ehemals traurige Zustand des Ettersbergs

„Der aktuell hervorragende Zustand des Landeswaldes auf dem Ettersberg ist deshalb besonders erfreulich, wenn man bedenkt, in welchem traurigen Zustand sich dieser vor rund 60 Jahren, gerade einmal ein Drittel der Baumgeneration einer Buche, befunden hat“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand.

Der Ettersberg war in großen Teilen für das Konzentrationslager Buchenwald, die Waffenfabrikation und die Wohngebäude der Waffen-SS gerodet, durch Kriegswirren zerbombt, danach als Brennholzquelle übernutzt und schließlich für die Reparationshiebe der Sowjets ausgeplündert worden. Damalige Bildaufzeichnungen zeigen einen devastierten, von Kahlschlägen überzogenen Bergrücken, der nur noch wenige Altholzinseln bot.

Auf rund 80 Vorratsfestmeter pro Hektar schätzen Forstexperten die damalige Waldausstattung auf dem Ettersberg. Heute, rund sechs Jahrzehnte später hat sich der Wald auf dem Ettersberg nicht nur auf seiner Ursprungsfläche fast vollständig wiederbewaldet, sondern auch um rund 10 Hektar Erstaufforstung vergrößert.

Ausgehend von ursprünglich 80 Vorratsfestmeter pro Hektar hat sich das Holzvolumen auf 245 Vorratsfestmeter pro Hektar verdreifacht. Möglich gemacht hat dies die Generationenarbeit von Förstern, Waldarbeitern und Waldbesitzern. Ihnen ist es zu verdanken, dass wir heute im Schutz laubholzreicher Kronendächer über den Ettersberg wandern können. 

Diese herausragende Kulturleistung unserer Väter und Großväter, aber auch ausdrücklich Mütter und Großmütter, verpflichtet die heute aktive Förstergeneration, die Pflege dieser Kulturwälder auf dem Ettersberg fortzusetzen.

Heutige Waldpflege – Arbeitssicherheit steht an erster Stelle

Nachhaltige und naturnahe Forstwirtschaft, so hat auch das PEFC-Audit aktuell wieder bestätigt, braucht den Menschen. Sowohl die kluge Försterhand, die Waldpflege durch Markierung gering vitaler Bäume sicherstellt, wie auch die kraftvolle Hand des Forstwirts, der diese Bäume erntet. Holzernte war, ist und bleibt eine gefährliche Arbeit, wie regelmäßig, leider auch tödliche Unfälle bei der Waldarbeit zeigen.

Mit dem Einsatz von Forstmaschinen kann maßgeblich die Arbeit der Forstwirtinnen und Forstwirte sicherer gemacht werden. Seit Begründung der Thüringer Landesforstverwaltung 1991 kam es zu keinem einzigen tödlichen Arbeitsunfall beim Einsatz einer Holzerntemaschine. Diese Erfolgsbilanz bestätigt die ThüringenForst-AöR, auch vor dem Hintergrund der aktuellen Zertifizierung, am Einsatz moderner Forstmaschinen, oft genug in Zusammenarbeit mit Rückepferden in sicherem Abstand, festzuhalten.

Dafür nehmen Waldbesitzer auch ein temporär im Waldbild erkennbares Netz an Rückegassen gern in Kauf. Aus einfachen Gründen: Es rettet Leben.

Tipp

Sie möchten weitere Informationen zum Thema? Besuchen Sie unsere ThüringenForst Themenseite Ettersberg

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Dr. Horst Sproßmann