Forstministerin Keller besucht sturmgeschädigte Waldbesitzer

Forstministerin Birgit Keller (3.v.l.) im Heiligenstädter Stadtwald im Gespräch mit Bürgermeister Thomas Spielmann (2.v.l.), ThüringenForst-Vorstand Jörn Ripken (li.) und dem stellv. Leiter des Forstamtes Heiligenstadt, Hartmut Ulonska. (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Instandsetzung von Waldwegen und Holzabsatz sind große Herausforderungen nach der Sturmholzaufarbeitung

Forstministerin Birgit Keller besucht in Nordthüringen zwei Forstbetriebe, die durch die Winterstürme „Friederike“ und „Irenäus“ große Schäden zu beklagen hatten. Im 2.000 Hektar umfassenden Kommunalwald der Kurstadt Heiligenstadt fielen rund 5.000 Festmeter Sturmholz an, in den 250 Hektar Privatwald der Waldgenossen Dingelstädt rund 1.000 Festmeter.

Trotz schneller Schadholzaufarbeitung steht nunmehr die Instandsetzung der malträtierten Waldwege an, wie auch der Absatz der Zwangsnutzungen bei einem übersättigten Holzmarkt. Eine schwierige Aufgabe für Kommune wie Private.

Forstministerin Birgit Keller verschafft sich einen persönlichen Eindruck von der Lage vor Ort und zeigt Wege auf, über Fördermittelunterstützung und Inanspruchnahme von Fachdienstleistungen der ThüringenForst-AöR auch diese Folgen der Winterstürme erfolgreich bewältigen zu können.

Für eine Kurstadt sind intakte Waldwege extrem wichtig

„Bei der Beseitigung von Sturmschäden sowie deren Folgeschäden können sich Thüringens Waldbesitzer auf starke Partner verlassen. Die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten liegt uns dabei besonders am Herzen“, so die Ministerin.

Der Stadtwald Heiligenstadt ist von rund 38.800 laufenden Metern Waldwegen durchzogen, deren Instandhaltung schon in Jahren ohne Sturmschäden für die Stadtoberen eine große Herausforderung darstellen. Deshalb erhielt die Stadt für das Wegebauprojekt „Breite Trift“, ein nach der Sturmholzaufarbeitung stark verschlissener Waldweg, eine Wegebauförderung in Höhe von 42 % der angefallenen Gesamtkosten, die bei rund 33.500 Euro lagen.

Der Stadtwald ist seit der Rückübertragung 1991 durch ThüringenForst beförstert – mit dem Vorteil, dass das forstliche Know-how einer Landesforstverwaltung auch der Kommune Heilbad Heiligenstadt umfassend zur Verfügung steht.

Für die Waldgenossen ist eine zügige Holzvermarktung und Liquiditätssicherung wichtig

„Für die Privatwaldbesitzer Dingelstädt liegen die Probleme in der Finanzierung, der Aufarbeitung und der Wiederaufforstungsmaßnahmen sowie der Finanzierung der Schutzmaßnahmen zur Sicherung des aufgearbeiteten Schadholzes, etwa vor Käferbefall“, so Jörn Ripken, ThüringenForst-Vorstand. Auch hier bestehen Möglichkeiten der Unterstützung durch Fördermittel, so die Ministerin. Die Holzvermarktung selbst haben die Waldgenossen in die Hände der Forstwirtschaftlichen Vereinigung (FWV) Nordthüringen übergeben.

Diese regionale Serviceeinrichtung des Privat- und Kommunalwaldes, ein forstpolitisches „Leuchtturmprojekt“ in Thüringen, dient der professionellen Vermarktung des Holzes der angeschlossenen Waldbesitzer. Die FWV Nordthüringen unterhält eigene Vermarktungswege in die Thüringer Holzindustrie.

Problematisch ist hingegen die Finanzierung der Wiederaufforstung der vielen Kahlflächen, die die Stürme hinterlassen haben. Denn der ungeplante Holzanfall wird dazu führen, dass die Waldgenossen in den nächsten Jahren weniger Holz einschlagen und damit auch weniger Erträge erwirtschaften können, bis die nachhaltige Holznutzung wieder gesichert ist.

„Denn auch bei Sturmholzanfall gilt der waldgesetzlich verankerte Nachhaltigkeitsgrundsatz: Es darf nur so viel Holz im Wald geerntet werden, wie wieder nachwächst“, so die Ministerin abschließend. Vom Sturm geworfene Zusatzmengen müssen in den Folgejahren wieder „angespart“ werden.

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Dr. Horst Sproßmann