Forstamt und Experten informieren zum Borkenkäfer

(Foto: Daniela Tröger)

Schlechte Aussichten für den Wald – Fichten sterben ab

Der Klimawandel trifft die Wälder im Forstamt Erfurt-Willrode mit ganzer Härte. Schäden durch Borkenkäfer und Dürre haben zahlreiche Bäume zum Absterben gebracht. Aus diesem Grund lädt das Forstamt Waldbesitzer und Interessierte zu einer Informationsveranstaltung am Freitag, 14.06., 15.00 Uhr in die Gaststätte „Zum grünen Baum“ in Osthausen ein.

Sorgenvoll blicken Förster und Waldbesitzer auf den kommenden Sommer. „Wir rechnen mindestens mit der gleichen Schadholzmenge wie im letzten Dürrejahr“, so Forstamtsleiter Dr. Chris Freise. Besonders schwer getroffen habe es bis jetzt die Fichtenbestände im Raum Kranichfeld, Osthausen und auf der Fahner Höhe. Die ersten Folgen sind für Waldbesucher inzwischen auch mit bloßem Auge in den Nadelwaldgebieten zu sehen. „Angetrieben durch Sturmschäden und die Dürrekatastrophe des letzten Jahres sterben Nadelholzbestände bis in die unteren Berglagen flächig ab“, so Freise. Die Nadeln färben sich rot und es entstehen Kahlflächen. Als typischer Schwächeparasit vermehre sich der Borkenkäfer gerade explosionsartig und bedrohe weitere Flächen.

Man wolle mit der Informationsveranstaltung auf die dramatische Lage aufmerksam machen und mit Experten des Forstlichen Forschungs- und Kompetenzzentrums aus Gotha Tipps für die Erkennung und Sanierung der Befallsherde geben. Das befallene Schadholz müssen so schnell wie möglich eingeschlagen werden, um den Schädlingen Brutraum zu entziehen und die weitere Entwertung aufzuhalten. Das gehe nur mit moderner Technik. Trotzdem werde man die Entstehung weiterer Kahlflächen kaum verhindern können.

Waldbesucher müssen sich in den kommenden Monaten in den Hauptschadgebieten auf stark beanspruchte Waldwege und Schadholzpolter an den Wegen einstellen, so Freise. Man messe derzeit das höchste Befallspotenzial an Borkenkäfern seit dem Zweiten Weltkrieg, als im Raum Oberhof ganze Hänge durch Borkenkäfer entwaldet worden seien.

„Wir werden gemeinsam mit den Waldbesitzern versuchen, Vermögensschäden zu begrenzen und die besten Voraussetzungen für die Wiederbewaldung der Schadflächen zu schaffen“, sagt Freise. Das Schädlingsaufkommen sei allerdings so hoch und die Bodenwasserspeicher so schlecht versorgt, dass großflächige Schäden unvermeidbar seien. Selbst bei Dauerregen werde es daher für den Wald leider ein „heißer Sommer“ werden.

Die Teilnahme an der Informationsveranstaltung ist kostenlos. Für die Organisation bitte das Forstamt Erfurt-Willrode bis zum 12.06. um eine Anmeldung per Telefon (036209 43020) oder E-Mail (forstamt.erfurt- willrode@forst.thueringen.de).

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Forstamt Erfurt-Willrode

Dr. Chris Freise