Forstamt bietet Exkursion zu Borkenkäferschäden an

Foto: Andreas Knoll

Folgen des Hitzesommers treffen Wald und Waldbesitzer:  Forstamt bietet Exkursion zu Borkenkäferschäden an 

Die Auswirkungen des Dürresommers erreichen jetzt auch mit ganzer Härte den Wald und die Waldbesitzer im Forstamt Erfurt-Willrode: Und zwar durch die Massenvermehrung von Borkenkäfern, denen geschwächte Fichten massenweise zum Opfer fallen.  

„Die Waldbesucher werden sich daher auf ungewohnte Bilder im Forstamtsbereich einstellen müssen“, stellt Forstamtsleiter Dr. Chris Freise als Auswirkung der massiven Borkenkäferschäden in Aussicht. Wo man sonst mit naturnaher Forstwirtschaft, geringen Durchforstungen, reiner Naturverjüngung und absolut kahlschlagsfrei gearbeitet habe, verursachen Trocken- und Käferschäden jetzt massive Zwangsanfälle von Schadholz und erste Kahlflächen.

Im Bereich des Forstamtes Erfurt-Willrode betreffe das vor allem die Fahner Höhe, den Willroder Forst, Riechheimer Berg, Werningsleber Wald, Teile der Reinsberge bei Arnstadt sowie die Nadelholzgebiete um Kranichfeld, Stadtilm und Osthausen.   

„Um ein Übergreifen auf weitere Bäume und eine Schädigung von Nachbargrundstücken zu vermeiden, ist ein schnellstmöglicher Einschlag und zügiger Abtransport der befallenen Stämme erforderlich“, sagt Forstamtsleiter Dr. Chris Freise. Ohne schnellen Abtransport müsse das Holz entrindet oder mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln fachgerecht behandelt werden.

Die Käfer haben durch die extreme Sommertrockenheit optimale Vermehrungsbedingungen gefunden. Nahezu jede Fichte sei durch den Wassermangel so geschwächt gewesen, dass sie den Schädlingsangriffen nichts entgegen setzen konnte.

Seit Mitte April herrsche für die Waldbestände extremer Wassermangel. Nur die fallenden Nachttemperaturen bremsen die weitere Entwicklung der Jungkäfer. Dafür wird der Befall jetzt zunehmend sichtbarer: „Was auf den ersten Blick an trockenen Kuppen und Südhängen wie ein Teil der bunten Herbstfärbung aussieht, entpuppt sich beim näheren Hinsehen als absterbende Fichten mit roten Nadeln“, so Freise.

Förster und Waldbesitzer seien in den Schadgebieten seit acht Wochen nahezu ohne Pause mit der Sanierung beschäftigt. Man versuche noch so viele Borkenkäfer wie möglich vor dem Abwandern zur Überwinterung in den Waldboden mit dem Einschlag der Brutbäume zu erwischen.

Daneben gehe es auch darum, die weitere Entwertung des Schadholzes zu verhindern. Leider habe der Holzmarkt schon mit einem deutlichen Preisverfall beim Nadelholz reagiert.  

Im Zuge der Borkenkäfer-Bekämpfung seien unter anderem auch weit über 100 private Waldbesitzer persönlich angeschrieben worden. Die aktive Informationsarbeit habe sich schon an mehreren Stellen positiv ausgewirkt, so das Forstamt: „An vielen Stellen haben sich Waldbesitzer zusammen gefunden, um die befallenen Bäume gemeinsam zu beräumen.“ Bei kleineren Befallsstellen ist das Schadholz durch die Besitzer gleich für den Ofen aufgearbeitet worden. Aus Sicht des Forstamtes keine schlechte Lösung: Trockene Fichte brennt sehr gut und die Verwertung entlastet gleichzeitig den überfluteten Nadelholzmarkt.  

Veranstaltungs-Tipp

Zur Information über die Erkennung, Sanierung und weitere Behandlung von Borkenkäferschäden bietet das Forstamt am Freitag, 19.10.2018 einen Exkursionstermin mit Revierförster Jens Albert an. Treffpunkt ist um 16.30 Uhr an der Landstraße zwischen Wüllersleben und Stadtilm an dem Feldwegabzweig, der nach dem gut sichtbaren Wasserbehälter zum so genannten „großen Holz“ führt. Bei Rückfragen  stehen Revierförster Jens Albert (01723480105) und das Forstamt Erfurt-Willrode (036209 43020) gerne zur Verfügung. 

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Kontakt

Forstamt Erfurt-Willrode

Stephan Fabig