Forst- und Holzwirtschaft tragen zum Klimaschutz bei

CO2 wird nicht nur im Wald, sondern auch in Holzprodukten gespeichert. Diese ersetzen klimaschädliche Baumaterialien etwa im Holzhausbau. Forst und Holz erhöhen so den Klimaschutzeffekt der Wälder um zusätzliche 46%. (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Zum heutigen „Internationalen Tag des Baumes“ weist ThüringenForst auf zwei Klimaschutzmechanismen hin: Die Vermeidung bzw. Verminderung von CO2-Quellen und die Verstärkung von CO2-Senken. Forst und Holz kann beides

ThüringenForst nimmt den heutigen „Internationalen Tag des Baumes“ zum Anlass, um auf die enorme Bedeutung nachhaltig bewirtschafteter Wälder als Kohlenstoffspeicher hinzuweisen. Zwar bindet auch nutzungsfreier Wald große Mengen Kohlenstoff, aber nachhaltige Forstwirtschaft und die Verwendung des Roh-, Bau- und Werkstoffes sowie Energieträgers Holz verbessern die positive Klimabilanz erheblich.

Während in Deutschland Wald von 2012 bis 2017 „passiv“ 67 Mio. t CO2 pro Jahr speicherte, erhöhen Holzprodukte wie Holzhäuser, Holzparkett oder Holzmöbel die jährliche Speicherleistung nochmals um ca. 3 Mio. t klimaschädliches CO2. Rechnet man die Einsparung fossiler, energieintensiver Materialien wie Stahl, Beton oder Kunststoff und Energieträger wie Öl durch Holz ein, errechnet sich eine weitere Klimaschutzleistung in Höhe von jährlich 28 Mio. t CO2. Damit leisteten nachhaltig bewirtschaftete Wälder in Deutschland rückblickend gegenüber stillgelegten Wäldern einen Klimaschutzeffekt von insgesamt 98 Mio. t CO2 pro Jahr (+ 46 %).

Wälder puffern über 10 % der Gesamtemissionen im Freistaat

Berechnungen zeigen weiter, dass allein die Wälder im Freistaat in der Lage sind, jährlich deutlich mehr als 10 % der klimaschädlichen Gesamtemissionen Thüringens zu kompensieren. Diese Treibhausgasemissionen stammen größtenteils aus Industrie, Verkehr und Haushalten. „Allerdings ist ungewiss, wie lange der Wald in Thüringen diese Leistungen für Gesellschaft, Umwelt und Atmosphäre noch leisten kann.

Insbesondere wenn klimawandelbedingt Sturm, Trockenheit und Borkenkäfer die nachhaltige Waldwirtschaft behindern und die reguläre Vermarktung von Rohholz zur Produktion von langlebigen, hochwertigen Produkten erschweren“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Und betont, dass Holznutzung im Landeswald in Thüringen naturnah, nachhaltig, zertifiziert und kahlschlagsfrei erfolgt. Für den aktiven Umbau der heimischen Wälder hin zu klimaresilienten Mischbeständen durch pflegliche forstwirtschaftliche Eingriffe sieht Gebhardt keine Alternative.

Der „Internationale Tag des Baumes“ würdigt heimische Bäume und Wälder

Um die Bedeutung des Waldes für den Menschen und die Wirtschaft im Bewusstsein zu halten, wurde erstmals 1872 in Nebraska im April der „Tag des Baumes“ gefeiert. 1951 übernahmen die Vereinten Nationen diesen Gedenktag, 1952 wurde er in Deutschland eingeführt.

Im Vergleich zum relativ jungen „Internationalen Tag des Waldes“, der seit den 1970er Jahren im März als Mahnung eingeführt wurde, die globale Waldvernichtung insbesondere in den Tropen zu stoppen, stehen beim traditionsreichen „Internationalen Tag des Baumes“ die heimischen Bäume und Wälder sowie ihre vielfältigen Leistungen im Fokus – ein mehr denn je aktuelles Thema.

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Dr. Horst Sproßmann