Erste Schätzung zu den Sturmholzschäden in Thüringen

Rund 411.000 Festmeter Schadholz wurde durch die Orkan-Serie im Februar 2022 verursacht. Nadelholz wie die Fichte ist besonders betroffen. (Foto: Dr. Host Sproßmann)

Rund 411.000 Festmeter Sturmholzanfall durch die drei Orkane Mitte Februar. Schadensschwerpunkt in Ostthüringen, Privatwald mit 60 % am stärksten betroffen

Soweit die Sicherheit es zuließ, haben die Försterinnen und Förster der ThüringenForst-AöR eine erste Vor-Ort-Einschätzung der Sturmholzschäden im Freistaat vorgenommen. Vorläufig geht man von rund 411.000 Festmeter Schadholz über alle Waldeigentumsformen aus. Damit liegt die geschätzte Schadenshöhe etwas unter dem Niveau von Orkantief „Friederike“ vom Januar 2018 mit damals rund 500.000 Festmetern und deutlich unter der Schadholzmenge des Orkantiefs „Kyrill“ vom Januar 2007 mit 3,5 Mio. Festmetern. Schadensschwerpunkt ist Ostthüringen.

„Es überwiegen Einzel-, Nester- und Kleinflächenschäden. Zu 75 % handelt es sich um Würfe, also um samt Wurzelteller vom Sturm umgekippte Bäume“, erläutert Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Nadelholz, allen voran die Fichte, ist besonders betroffen. Die ostthüringischen Forstamtsbereiche Schleiz, Neustadt, Jena-Holzland und Gehren zeigen hohe regionale Schadholzmengen, der Thüringer Wald (Forstamt Finsterbergen, Forstamt Schmalkalden) sowie der Südharz (Forstamt Bleicherode-Südharz) sind auch betroffen.

Die Aufarbeitung läuft mit voller Kraft, da ab April mit dem Schwarmflug des Borkenkäfers zu rechnen sei. Für diesen ist das Schadholz bester Brutraum zur Vermehrung. Deshalb bleibt Waldbesitzern und Forstleuten nur ein kurzer Zeitraum zur Schadensbeseitigung. ThüringenForst warnt wegen sturmbedingter Unfallgefahren weiterhin vor einem Betreten der Wälder.

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