Durchforstungssaison von Laubwäldern beginnt

Pferderücke mit Rückeperd im Laubwald im Herbst
Foto: Dr. Horst Sproßmann

Rückepferde begleiten Waldarbeiter - weiter Borkenkäferschäden: Im Forstamt Erfurt-Willrode beginnt in dieser Woche die Durchforstungssaison der Laubwälder.

Ziel sei die Sanierung von Trockenschäden und die Förderung von klimastabilen Baumarten. Die Maßnahmen beginnen im Revier Schwansee bei Witterda und werden dann im Umfeld des Forsthauses Willrode fortgesetzt. Ab November wechseln die Arbeitsschwerpunkte in den Raum Siegelbach und den Erfurter Steiger. 

„Trotz des regenreichen Sommers treten bei den Laubbäumen weiter massive Trockenschäden auf“, erklärt Forstamtsleiter Dr. Chris Freise. Bei den Pflegemaßnahmen gehe es darum, diese Bäume rechtzeitig zu fällen, bevor sie zu einer Gefahr für Menschen werden. Durch Trockenheit geschädigtes Holz sei spröde und breche leichter.

Gleichzeitig wollen die Förster vor allem solchen Bäumen wie jungen Eichen helfen, von denen eine hohe Stabilität im Klimawandel erwartet wird. „Leider treten nach der Buche inzwischen auch bei Eichen Folgeschäden der vergangenen Dürrejahre auf“, so Freise. Trotzdem sei man optimistisch, die Chancen für die Anpassung an den Klimawandel gerade in jüngeren Waldbeständen verbessern zu können. „Dafür werden einzelne Bäume gezielt von Konkurrenten befreit, um ihre Wachstumsbedingungen zu verbessern.

Diese so genannten Zukunftsbäume sind an einem grünen Ring zu erkennen.“ In Laubwäldern, die bereits seit zwei Jahrzehnten nach diesem naturnahen Konzept gepflegt werden, habe man die Anfälligkeit für Trockenschäden senken können. Da sei zwar leider nicht immer ein Patenrezept, helfe aber. 

Als weitere Helfer werden die Waldarbeiter des Forstamtes in diesem Jahr in der gesamten Laubholzsaison von Rückepferden begleitet. „Die Pferde helfen uns, die Maßnahmen so pfleglich wie möglich auszuführen“, sagt Revierförster Alexander Albrecht. Die Pferde werden zusammen mit Forstspezialmaschinen eingesetzt, die sich um die schwereren Brocken kümmern. Ihre modernen Fahrwerke und spezielle Reifen reduzieren den Bodendruck – aus Sicht des Forstamtes sei das eine ideale Kombination.

In den Nadelwaldgebieten bestimme nach wie vor der Borkenkäfer das Geschehen. Das betreffe vor allem die Fahner Höhe, den Werningsleber Wald, Teile der Reinsberge bei Arnstadt sowie vor allem die Nadelholzwälder um Kranichfeld, Stadtilm, Osthausen und inzwischen auch bei Singen. Freise appelliert an die Waldbesitzer, befalle Bestände jetzt so schnell wie möglich zu sanieren, da sich aktuell auch der Holzmarkt wieder aufnahmefähig zeige. „Die Rundholzpreise in Kombination mit Fördermitteln entlasten die Waldbesitzer von finanziellen Risiken bei der Sanierung, wenn man sich nicht zu lange Zeit läst“, so der Forstamtsleiter.

Bei den anstehenden Einschlagsarbeiten müssen Waldbesucher mit Einschränkungen bei der Begehbarkeit der Waldgebiete rechnen. Das Forstamt bittet um Verständnis und appelliert Sicherheitsabsperrungen unbedingt zu beachten, um nicht sich selbst und andere in Gefahr zu bringen.

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Forstamt Erfurt-Willrode

Dr. Chris Freise