Die Fallen sind gerammelt voll

Mit diesen Borkenkäferfallen, bestückt mit Lockstoff (rote Ampulle), wird der Borkenkäferflug landesweit durch Waldschutzexperten der Landesforstanstalt überwacht. Einmal in der Falle gefangen, kann sich der Käfer nicht mehr befreien. (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Während die Borkenkäferpopulation aktuell extrem hoch ist, vermieste die nasse Witterung dem Waldschädling den ganz großen Auftritt. Eine Chance für aufmerksame Waldbesitzer…

Die zurückliegenden klimawandelbedingten Dürrejahre haben den Borkenkäfern, allen voran dem Buchdrucker, zur Massenvermehrung verholfen. Die Borkenkäferfallen zur Überwachung des gefürchteten Waldschädlings sind, nicht ganz überraschend für die Waldschutzexperten der Landesforstanstalt, aktuell gerammelt voll.

Der nur etwa 4 Millimeter große Käfer hatte in den zurückliegenden Wochen kaum Zeit, aus seinem Winterlager heraus Fichten anzufliegen, sich einzubohren und zu vermehren. Einzig Mitte Mai sowie in der ersten Juniwoche konnte er hierzu kurze trocken-warme Witterungsphasen nutzen, wofür er sonst Wochen hat. Deshalb nutzt der Borkenkäfer das jetzige sommerliche Wetter zu einem sehr konzentrierten und noch massiveren Schwarmflug.

„Was für den Buchdrucker zum Nachteil, erfreut den Waldbesitzer. Dieser hat jetzt beste Chancen, frisch vom Käfer befallene Fichten aufzuspüren, einzuschlagen und das Holz samt eingebohrten Käfern schnell aus dem Wald zu transportieren“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Denn frisch befallene Fichten sind Infektionsquellen, von denen aus im Hochsommer zehntausende reproduzierte Borkenkäfer ausfliegen und wieder umliegende gesunde Fichten befallen.

Die zügige Sanierung der Borkenkäferherde ist in diesem Jahr besonders wichtig, weil der späte Schwarmflug die vollständige Ausbildung einer dritten Buchdruckergeneration ausschließt - Voraussetzung für eine erneute Massenvermehrung. Und nicht zuletzt: Die Nachfrage nach Holz ist seit Jahresbeginn deutlich gestiegen – und mit dieser auch der Holzerlös. Erstmals wieder gute Rahmenbedingungen für die Sanierung von Käferbäumen seit Beginn der Dürre 2018.

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Dr. Horst Sproßmann