Brennholz und Naturschutz

Forstwirtschaftsmeister Thomas Hartung vom Forstlichen Bildungszentrum Gehren erklärt den Forstwirtslehrlingen Philipp Wünscher und Alex Kamke die Arbeitsschritte zur Wiederherstellung der Mittelwaldstrukturen. (Foto: Forstamt Erfurt-Willrode)
Philipp Wünscher, Jakob Marth, Robin Culmbacher, Niels Kelsch und Alexander Wünscher (von links) sind Forstwirte im zweiten Lehrjahr bei ThüringenForst. Zusammen mit Forstwirtschaftsmeister Thomas Hartung vom Forstlichen Bildungszentrum Gehren sammeln sie im Mittelwaldprojekt Erfahrungen in der praktischen Naturschutzarbeit. (Foto: Forstamt Erfurt-Willrode)

Junge Waldarbeiter pflegen historischen Mittelwald

Zwischen Elleben und Riechheim sind junge Waldarbeiter im Rahmen eines Naturschutzprojektes gerade damit beschäftigt, alte Mittelwaldstrukturen bei den Lohteichen wieder herzustellen, informiert das Forstamt Erfurt-Willrode.

„Mittelwälder bieten mit ihren lichten Waldstrukturen besonders lichtliebenden Arten Lebensräume und gelten daher als naturschutzfachlich besonders wertvoll“, erklärt Forstamtsleiter Dr. Chris Freise. Als typisch bäuerliche Waldnutzungsform prägten Mittelwaldstrukturen einst über mehrere Jahrhunderte den Waldaufbau in den Laubwaldgebieten um Erfurt und Arnstadt und sind heute sehr selten geworden. Durch die regelmäßigen starken Auflichtungen finden in ihnen typische Waldarten wie Spechte aber auch viele Arten des Offenlandes geeignete Lebensräume. Ihre Biodiversität ist daher besonders hoch.

Möglich wurde die Reaktivierung des Mittelwaldes durch eine Kooperation des Waldbesitzers, der Waldgenossenschaft „Hardt und Loh“, mit dem Forstamt Erfurt-Willrode, der Fachhochschule Erfurt und dem Forstlichen Bildungszentrum Gehren. Abgestimmt wurde das Mittelwaldkonzept mit dem Infrastrukturministerium und der unteren Naturschutzbehörde des Ilmkreises.

„Unsere Lehrlinge können hier Erfahrungen im praktischen Naturschutz und der Laubholzernte sammeln“, erläutert Forstwirtschaftsmeister Thomas Hartung: „Außerdem sehen sie die Auswirkungen der Pflegemaßnahmen und wie das Projekt von Jahr zu Jahr wächst.“

„Motor der Mittelwaldwirtschaft ist die Brennholznutzung. Bleibt sie aus, wachsen die Strukturen zusammen“, erklärt Revierförster Torsten Singer. Der Mittelwald sei daher ein gutes Beispiel dafür, wie mit nachhaltiger Waldwirtschaft Artenvielfalt gefördert werden kann. Fördermittel des Waldnaturschutzes sorgten dafür, dass der Waldbesitzer bei der Reaktivierung des Mittelwaldes kein Minus mache.

Das anfallende Holz werde gleich vor Ort verwendet. „Das Eichenstammholz ist für Fachwerkbalken im Freilichtmuseum Hohenfelden bestimmt“, sagt Matthias Wagner von der Waldgenossenschaft „Hardt und Loh“ und es gebe natürlich auch Brennholz. Wer Interesse an Brennholz aus dem Mittelwald hat, kann sich gerne bei Matthias Wagner unter der Mobilnummer 0176 78283394 melden.

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Forstamt Erfurt-Willrode

Dr. Chris Freise