Borkenkäferschadholz: Drei-Millionen-Grenze überschritten

Der Borkenkäfer macht auch 2021 vielen Waldbesitzenden in Thüringen schwer zu schaffen – die Folgen des Klimawandels sind in den Wäldern unübersehbar. (Foto: Andreas Knoll)

Ende September fielen im Gesamtwald Thüringens auflaufend drei Millionen Festmeter Borkenkäferschadholz an

Zum 30.09.2021 erfasste die Landesforstanstalt einen seit Jahresbeginn aufgelaufenen Schadholzanfall durch Borkenkäferfraß in Höhe von 3.061.400 Festmeter (Vergleichszeitraum 2020: 2.847.100). Damit ist in diesem Jahr die Drei-Millionen-Festmeter-Schadholzgrenze gegenüber 2020 früher überschritten worden.

Regionale Schwerpunkte des Befalls sind weiterhin Südthüringen mit den Schwerpunktforstämtern Sonneberg und Schönbrunn sowie Ostthüringen mit den Schwerpunktforstämtern Schleiz, Neuhaus und Saalfeld-Rudolstadt.

„Welche Dimension die aktuellen Borkenkäferschäden als Folge des Klimawandels haben, erkennt man im Zahlenvergleich des langjährigen Mittels der Schadholzmenge zwischen 1990 und 2017: Es sind im vergleichbaren Zeitraum gerade einmal jährlich durchschnittlich 80.000 bis 100.000 Festmeter gewesen“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Er appelliert an alle betroffenen Waldbesitzenden, in der Schadholzsanierung nicht nachzulassen und weiter konsequent jeden frisch vom Käfer befallenen Baum ausfindig zu machen, zu ernten und schnellstmöglich in diesem Jahr aus dem Wald zu transportieren.

Der jetzt in diese Fichten eingebohrte Käfer wird zwar kein Brutgeschäft mehr verrichten, aber er wird auch nicht mehr ausfliegen, sondern im Baum unter der schützenden Rinde überwintern. „Die Schadholzsanierung über den Winter ist eine gute Gelegenheit, die Käferpopulation bis zum Frühjahr wirkungsvoll abzusenken“, so Gebhardt abschließend.

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