Befallsdrucker durch Borkenkäfer so hoch wie noch nie

Durch zwei Dürrejahre und den milden Winter sind derzeit so viele Borkenkäfer wie noch nie zur Vermehrung bereit (Foto: Forstamt Erfurt-Willrode)

Höchste Zeit für Aufarbeitung von geworfenen Fichten

Das Forstamt Erfurt-Willrode meldet einen traurigen Rekord: Die Förster beobachten einen Befallsdruck durch Borkenkäfer, den es in dieser massiven Form in Thüringen noch nie gegeben hat. Schuld ist der Klimawandel, der mit zwei Dürrejahren hintereinander und einem viel zu milden und trockenen Winter zu einer Massenvermehrung des gefährlichen Fichtenschädlings geführt hat. Bei den aktuell ansteigenden Temperaturen starten die Käfer wieder in ihren nächsten Vermehrungszyklus. Für die Waldbesitzer werde es daher höchste Zeit, im Winter durch Wind geworfene und gebrochene Fichten zu sanieren, bevor sich in ihnen die erste Käfergeneration vollständig vermehrt hat. „Um ein Übergreifen auf weitere Bäume und eine Schädigung von Nachbargrundstücken zu vermeiden, ist ein schnellstmöglicher Einschlag und zügiger Abtransport der Stämme erforderlich“, sagt Heidi Pfeifer, die im Forstamt Erfurt-Willrode als Forstschutzkoordinatorin eingesetzt ist. Ohne schnellen Abtransport müsse das Holz entrindet oder mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln fachgerecht behandelt werden. Im Bereich des Forstamtes Erfurt-Willrode betreffe das vor allem die Fahner Höhe, den Riechheimer Berg, Werningsleber Wald, Teile der Reinsberge bei Arnstadt sowie die Nadelholzgebiete um Kranichfeld, Stadtilm und Osthausen.

Da der Holzmarkt durch den Massenanfall von Fichtenschadholz und die Coronakrise stark gestört sei, empfiehlt das Forstamt die schnelle Selbstverwertung und Aufarbeitung des Schadholzes als Brennholz.

„Wie jedes Holz ist auch Nadelholz als nachwachsender Rohstoff absolut CO2-neutral. Bei der Verbrennung wird nur das Kohlendioxyd frei, das die Bäume zuvor mit Sonnenlicht in der Photosynthese gebunden haben“, erläutert Forstamtsleiter Dr. Chris Freise.

Bei der Schadholzsanierung falle so genanntes Fichten-Industrieholz massenhaft an. Wenn es örtlich als Brennholz verwertet werde, entlaste es nicht nur die Atmosphäre, sondern helfe auch Waldwege freizuräumen und dem Borkenkäfer weiteres Brutmaterial zu entziehen. „Das ist eine große Hilfe bei der Aufarbeitung des Schadholzes, der Vorbereitung der Pflanzflächen und wirkt bei schneller Abfuhr direkt gegen den Borkenkäfer“, so Freise. Fichte habe als Nadelholz zwar einen geringeren Heizwert als Buche oder Eiche, dafür sei es aber auch bedeutend preiswerter.

Bei Fragen stehen die örtlichen Revierleiter und das Forstamt Erfurt-Willrode (036209 43020) gerne zur Verfügung.

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Forstamt Erfurt-Willrode

Dr. Chris Freise