Bad Berka macht neuen Bestattungswald unterschriftsfest

Der Leiter des Forstamtes Bad Berka, Jan Klüßendorf (li.) erläutert Forstministerin Birgit Keller (3.v.li.) und Stadtbürgermeister Dr. Volker Schaedel (2.v.li.) die neue Bestattungswaldfläche auf dem Adelsberg bei Bad Berka. Mit dabei: ThüringenForst-Vorstand Jörn Ripken (2.v.r.), ThüringenForst-Sprecher Dr. Horst Sproßmann (3.v.r.) und ThüringenForst-Projektkoordinator Sven Pasemann. (Foto: Martin Gerlach)

Im April soll der thüringenweit zweite Bestattungswald eröffnet werden. Rege Nachfrage nach alternativer Bestattungskultur

„Es war ein langer und teils zäher Prozess, doch wir können nun den Wunsch vieler Menschen nach einer letzten Ruhestädte in der Natur erfüllen“, sagte Forstministerin Birgit Keller heute anlässlich der Vertragsunterzeichnungen zum neuen Bestattungswald in Bad Berka.

Jörn Ripken, ThüringenForst-Vorstand, Dr. Volker Schaedel, Bürgermeister der Stadt Bad Berka und Frau Petra Bach, Geschäftsführerin der FriedWald GmbH unterzeichneten in Anwesenheit von Forstministerin Birgit Keller mehrere Verträge, die den Betrieb des thüringenweit zweiten Bestattungswaldes auf dem Adelsberg östlich des Kurortes Bad Berka ermöglichen.

Trotz erster Initiativen 2007, die später in der „Bürgerinitiative Bestattungswald in Thüringen“ zusammengeführt wurden, war es erst mit dem Inkrafttreten des neuen Thüringer Bestattungsgesetzes im Dezember 2016 möglich geworden, die rund 50 Hektar Landeswald der neuen Verwendung zuzuführen.

Bestattungswälder sind sowohl in den meisten deutschen Bundesländern, wie auch in der Schweiz oder auch Österreich schon seit Jahrzehnten Teil einer alternativen Bestattungskultur. Sie folgen dem Wunsch einer immer größeren Zahl von Menschen, in der Natur bzw. im Wald die letzte Ruhestätte zu finden.

Drei weitere Standorte werden im Freistaat geprüft

„Wir prüfen derzeit drei weitere Standorte für Bestattungswälder im Landeswald, sollte die Nachfrage nach dieser besonderen Bestattungsform nicht befriedigt werden können“, ergänzt Jörn Ripken. Der erste Bestattungswald Thüringens wurde vor wenigen Jahren im Kommunalwald der Gemeinde Wallbach bei Meiningen eröffnet, der allerdings aufgrund seiner fünf Hektar Flächengröße nur ein lokales Interesse auslöste.

Mit den 50 Hektar Landeswald bei Bad Berka, die nun als Bestattungswald genutzt werden können, ist hingegen eine wirtschaftliche Größenordnung erreicht, die auch die Kooperation mit der hessischen FriedWald GmbH als einer der bundesweit führenden Anbieter von Naturbestattungen ermöglicht. Das FriedWald-Konzept stammt aus der Schweiz, die als Wiege dieser Art von Naturbestattung gilt, und erstmals 2001 einen Friedwald in Deutschland eröffnete. 

Nur Urnenbeisetzung, keine Grabpflege möglich

Mit dem Partner FriedWald GmbH verfolgt Stadt und Forst ein einheitliches und ökologisch unbedenkliches Naturbestattungskonzept, dass bundesweit aktuell an 61 Standorten erfolgreich umgesetzt wird. Der Bestattungswald Bad Berka ist eine rechtlich festgelegte Waldfläche außerhalb traditioneller Friedhöfe, in der die Beisetzungen von Totenaschen in biologisch abbaubaren Urnen möglich sind.

Die Grabstelle, in der Regel im Wurzelbereich eines Baumes, ist örtlich fixiert, jedoch als solche nicht unmittelbar erkennbar. Eine individuelle Pflege, etwa mit Blumen- oder Grabschmuck, ist unzulässig, da diese dem Naturgedanken widerspricht. Einzig diskrete Baumplaketten geben Hinweis auf eine Grabstelle.

Im April 2018 rechnet Bürgermeister Dr. Schaedel mit der Eröffnung des Bestattungswaldes Bad Berka. Es wird sich schnell zeigen, ob mit diesem Bestattungswald dem gesellschaftlichen Bedürfnis nach einer alternativen Bestattungskultur im „Grünen Herzen Deutschlands“ nachgekommen werden konnte.

Zurück

Kontakt

ThüringenForst Zentrale

Dr. Horst Sproßmann