Auerhuhn-Auswilderung mit Vorstellung des Auerhuhnjahresberichtes 2017

Junge Auerhenne (Foto: Luise Stephani)
ThüringenForst-Vorstand Jörn Ripken, ThüringenForst-Auerhuhnexpertin Luise Stephani und Forstministerin Birgit Keller (v.l. nach r.) stellen den Auerhuhnbericht 2017 vor. (Foto: Dr. Horst Sproßmann)
Forstministerin Keller (vorn, mit Schutzbrille) öffnet die erste Transportbox mit einer Auerhenne. (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Auerhuhnpopulation wächst im Thüringer Schiefergebirge im dritten Jahr weiter an. Noch vor wenigen Jahren gingen Kritiker mit dem Auerhuhn-Schutzprogramm der Landesforstanstalt hart ins Gericht. Die jetzigen Erfolge zeigen: Die Grünröcke sind auf dem richtigen Weg

Forstministerin Birgit Keller entlässt heute vier junge Auerhühner am Langen Berg bei Gehren in die Freiheit und schließt damit die diesjährige Auswilderungsaktion der Landesforstanstalt ab. Zuvor wurden schon 27 Jungvögel im Bereich der Forstämter Neuhaus und Gehren der Natur übergeben. Sie stammen alle aus der ThüringenForst-eigenen Aufzuchtstation in Langenschade bei Rudolstadt.

In Anwesenheit von Vertretern der Thüringer Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, des Landesjagdverbands Thüringen sowie weiterer amtlicher und ehrenamtlicher Naturschutzexperten stellte die Forstministerin auch den neuen, 24-seitigen Raufußhuhn-Jahresbericht 2017 der Öffentlichkeit vor.

„Mit der Auswilderung von Auerhühnern nimmt Thüringen seine Verpflichtung zum Schutz seltener, vom Aussterben bedrohter Arten der Roten Liste, vorbildlich wahr. Besonders lobenswert ist auch die sehr gute Zusammenarbeit von ThüringenForst mit der Naturschutzverwaltung, dem Landesjagdverband, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald sowie mit den privaten und kommunalen Waldbesitzern zur erfolgreichen Umsetzung dieses Naturschutzprojektes im Wald“, sagt Ministerin Keller.

Noch in den 1970er Jahren wurden über 300 Tiere im Thüringer Schiefergebirge gezählt. 2010 stand das Auerhuhn im Freistaat vor dem Aussterben. Ursächlich waren Lebensraumverluste, Schadstoffeinträge und überhöhte Wildbestände, insbesondere bei Schwarzwild, Füchsen und Waschbären.

Trotz trocken-heißer Witterung erfreuliches Brutgeschehen

„Das Brutgeschehen war 2018, trotz der ungewöhnlich langen, heiß-trockenen Witterungsbedingungen, erfreulich. Fünf Hennen führten Gesperre.“ erläutert Jörn Ripken, ThüringenForst-Vorstand. Die Verwendung von Netzen zur Abschattung der Gehege, Wassereinsatz zur Abkühlung der Tiere und der Verlagerung der Nachzucht in den kühleren Innenbereich der Aufzuchtanlage haben sich positiv auf die Gesundheit der Vögel ausgewirkt.

Aus den im Frühjahr 2018 aus Schweden mitgebrachten vier Hühnereiern konnten drei Jungvögel aufgezogen werden, die nunmehr den Zuchtstamm in Langenschade bereichern. Damit wird die genetische Vielfalt bei der Aufzucht sichergestellt.

Neues Auswilderungskonzept „Born to be free“ hat sich bewährt

Hoffnung macht den Experten der nunmehr, nach 2017, zweite gesicherte Nachweis eines Gesperres in der freien Natur. „Offensichtlich sind mancherorts die Lebensraumbedingungen nunmehr so artgerecht, dass die ausgewilderten Tiere erfolgreich für die eigene Reproduktion sorgen können“, so Jörn Ripken abschließend.

Seit 2015 setzen Thüringens Förster die in Polen erprobte Auswilderungsmethodik „Born to be free“ um. Die Jungvögel werden hierbei unter Begleitung der Mutterhenne schrittweise in speziellen Auswilderungsvolieren in die Freiheit entlassen. Die Überlebensfähigkeit der Jungvögel kann so nachweislich gesteigert werden.

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Dr. Horst Sproßmann