+++ Akute Waldbrandgefahr +++

Beim bisher thüringenweit flächengrößten Waldbrand im Raum Kranichfeld wurde das Feuer von einem abgeernteten, extrem trockenen Feld durch aufkommende Winde in den Wald getrieben. (Foto: Daniela Tröger)
Bei Waldbränden oft ein Problem: Feuerwehren müssen die Löschwasserversorgung über mehrere Hundert Meter herstellen oder Tankfahrzeuge in Einsatz bringen – wie hier bei einer Übung im Forstamt Hainich-Werratal. (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Thüringens Förster warnen vor akuter Waldbrandgefahr: Waldbesucher werden zur größten Vorsicht aufgerufen! Täglich aktualisierte Waldbrandgefahrenkarte kostenfrei abrufbar

Trotz der Regenfälle am letzten Wochenende warnen Thüringens Förster in Anbetracht der wiederrum hochsommerlichen Temperaturen landesweit vor akuter Waldbrandgefahr. Die Gefahrenlage sei ausgesprochen prekär, auch wenn die Anzahl der bisherigen Waldbrände im Freistaat bis Ende Juni 2018 mit sieben erstaunlich gering liegt - im Jahrhundertsommer 2003 waren es im gleichen Zeitraum 37.

Die über Monate hinweg unzureichenden Niederschläge haben die Waldböden, wie auch die Bodenvegetation stark austrocknen lassen. Die Waldbesucher werden aufgerufen, unbedingt die waldgesetzlichen Brandschutzregeln zu beachten. Auf der Homepage der ThüringenForst-AöR werden, täglich aktualisiert, für jedes der 24 Forstämter Waldbrandgefahrenstufen ausgegeben.

Waldgesetzliche Regelungen zum Brandschutz beachten

Waldbesucher müssen die Bestimmungen des Thüringer Waldgesetzes zum Brandschutz konsequent einhalten. „Das Rauchen im Wald ist im Freistaat ganzjährig untersagt und wäre speziell bei diesen Witterungsbedingungen als fahrlässig einzuschätzen“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Gleiches gilt für das Anzünden eines Feuers im Wald, egal ob an einer Feuerstelle, einem Kohlegrill oder einem Gaskocher.

Die Einschränkungen gelten nicht nur im Wald, sondern auch bis zu einer Entfernung von 100 Metern zum Wald. Bei den zahlreichen diesjährigen Feldbränden warnt Gebhardt auch davor, Feuer im Offenland zu zünden – der thüringenweit bisher flächengrößte Waldbrand im Raum Kranichfeld nahm seinen Ausgang in einem Feuer auf einem abgeernteten, extrem trockenen Feld, das durch aufkommende Winde in den Wald getrieben wurde. Insgesamt fünf Hektar Wald fielen den Flammen zum Opfer.

Fahrzeuge sollten wegen der Entzündungsgefahr durch Auspuffanlagen keinesfalls auf trockenem Gras abgestellt werden. Das Parken auf Waldwegen ist untersagt, um den breiten Feuerwehrfahrzeugen ggf. den Zugang zum Brandherd nicht zu behindern.

Waldbrandgefahrenstufen unter thueringenforst.de

Für alle 24 Thüringer Forstämter stehen tagesaktuell Informationen zur lokalen Waldbrandgefahr zur Verfügung. Diese sind ab acht Uhr morgens online unter thueringenforst.de abrufbar. Waldbesucher werden aufgefordert, sich aktuell, etwa über das Smartphone, über die konkrete Gefahrenlage der geplanten Wanderstrecke zu informieren.

Ab der höchsten Waldbrandgefahrenstufe 5 können in besonders gefährdeten Waldgebieten flächige Waldsperrungen durch die Forstämter vorgenommen, ein Streifen- und Waldbrandüberwachungsdienst eingesetzt bzw. geeignete Aussichtspunkte durch Förster und Forstwirte besetzt werden.

Im Falle eines Falles sieht das Thüringer Waldgesetz übrigens vor, dass Bürgerinnen und Bürger verpflichtet sind, bei der Verhütung und Bekämpfung von Waldbränden mitzuwirken und den Anordnungen der Forstbehörde Folge zu leisten. Zumindest sollte diese Mitwirkung darin bestehen, gesichtete Waldbrände mittels Handy unverzüglich unter der Notrufnummer 112 zu melden.

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Kontakt

ThüringenForst Zentrale

Dr. Horst Sproßmann