305. Todestag des Erfinders der Nachhaltigkeit

Gleichsam die Bibel für jede Forstfrau und jeden Forstmann: Die Carlowitz´sche „Sylvicultura oeconomica“ beschreibt eine nachhaltige Forstwirtschaft, bei der nur so viel Holz geerntet wird, wie wieder nachwächst. (Foto: Daniela Tröger)

Forstkameralist Hans Carl von Carlowitz formulierte erstmals 1713 das Prinzip der Nachhaltigkeit und revolutionierte damit den Umgang mit unserer Schöpfung

Anlässlich des 305. Todestages von Hans Carl von Carlowitz erinnert ThüringenForst an den sächsischen Oberberghauptmann und Forstkameralisten, der am 3. März 1714 in Freiberg verstarb. Carlowitz beschrieb vor über 300 Jahren das Prinzip des „nachhaltenden“ Umgangs mit Ressourcen am Beispiel der Wälder. Anlass war der Zustand der regionalen Forste, die durch rücksichtslosen Raubbau in einem desaströsen Zustand waren.

Sachsen war zur damaligen Zeit die größte Montanregion Europas und benötigte riesige Mengen an Holz zum Bergbau sowie als Energieträger. Er beschrieb seine Idee der „nachhaltenden Nutzung“ in der „Sylvicultura oeconomica“,  dem ersten grundlegenden Lehrbuch der deutschen Forstwissenschaft, das 1713 auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt wurde.

Das 432-seitige Werk mit dem Untertitel „Hauswirthliche Nachricht und Naturgemäße Anweisung zur Wilden Baumzucht“ veränderte zunächst die deutsche, später auch die internationale Forstwirtschaft, um dann von den Vereinten Nationen (UN) zum Ende des letzten Jahrhunderts als „Sustainable Development“ übernommen zu werden. „Angesichts der Folgen des Klimawandels ist das in der Forstwirtschaft entwickelte Nachhaltigkeitsprinzip relevanter denn je und mahnt uns zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise in allen Lebensbereichen.

Die natürliche Waldverjüngung und der Waldumbau zum klimatoleranten Mischwald, die heute in der Thüringer Forstwirtschaft praktiziert werden, sind die Weiterentwicklung der Ideen von Hans Carl von Carlowitz“, sagt Forstministerin Birgit Keller.

„Die Carlowitz´schen Ideen für einen „schonenden Umgang mit der gütigen Natur aus Verantwortung für künftige Generationen“ haben sich zum Prinzip der Nachhaltigkeit entwickelt, das heute als zukunftsfähiges gesellschaftliches Leitbild weltweit Beachtung findet“, so Jörn Ripken, ThüringenForst-Vorstand.

Carlowitz selbst hat den globalen Siegeszug seiner Ideen leider nicht mehr miterlebt: Er starb kurz nach Vorstellung seines Buches. Seit 2003 wird an der Technischen Universität (TU) Bergakademie Freiberg jährlich der „Hans-Carl-von-Carlowitz-Preis“ an hervorragende Studenten und Nachwuchswissenschaftler vergeben.

Zurück

Kontakt

ThüringenForst Zentrale

Dr. Horst Sproßmann